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Flying Legends 2013

- von Thomas Fedor und Gerhard Schmid -

Sie dürfen bei der Flying Legends Airshow nicht fehlen, die großen Gegner von einst. Naturgemäß sind sie in der Minderheit, doch verleihen sie den Vorführungen eine besondere Dynamik, eine gewisse Spannung. Auch wenn man vorher weiss, wie es ausgehen muss, wenn mehrere Spitfires eine Buchon kreuz und quer über das historische Flugfeld von Duxford jagen.

Deutsche Hoheitszeichen waren auf recht wenigen Flugzeugen zu sehen. Wirklich deutscher Herkunft waren noch weniger. Auch wenn sich die beiden "Messerschmitt Bf 109" bereits in der Luftschlacht um England mit Spitfires gemessen haben - es war dies doch nur der berühmte Film von Guy Hamilton aus dem Jahr 1969. Mit einem Rolls Royce Merlin unter der Cowling ist alles anders. Die Optik ebenso wie die Akustik. Ebenso wie die beiden HA-1112 Buchon stammt auch Pete Kynsey's Bücker Jungmann aus spanischer Produktion. Anna Walker demonstrierte mit dieser CASA 1.131E den klassischen Kunstflug aus der Zeit, als die Bücker Doppeldecker die internationale Kunstflugszene beherrschten. Die Fieseler Storch von Peter Holloway hingegen ist ein 1943 gebautes Original, ebenso wie die 1936 gebaute Ju 52/3m der Lufthansa Traditionsflug.

Wer weiss, was in den Restaurationswerkstätten derzeit gebastelt wird... eines Tages werden die Träume vieler Fans vielleicht wahr und der einzigartige Klang eines Daimler Benz DB 605 erfüllt den Himmel über Duxford.

Die Hispano Aviacion H.A. 1112 M-1-L Buchon von Richard Lake mit dem RAF Air Marshall Cliff Spink im Cockpit. Wenige Augenblicke später schließt er abflugbereit die Haube.
Von Chancengleichheit kann keine Rede sein: Die Spitfires der verschiedensten Modellreihen waren zahlenmäßig einfach überlegen. Und einige davon auch leistungsmäßig. Und doch teilten sie eie Gemeinsamkeit: Den Rolls Royce Merlin unter der Cowling.
In einer weiteren Buchon rollt John Romain zum Abflugpunkt. 1959 in Sevilla gebaut, war diese HA-1112 eine von 27 Maschinen, die von Spitfire Productions 1968 für den Film "Luftschlacht um England" bei einer Auktion erstanden wurden.
Diese Szenen sind es, die das Publikum begeistern. Fast als stünde man 1969 hier, bei den Dreharbeiten zu "Luftschlacht um England".

Beide Buchons wenige Sekunden bevor die Gashebel nach vorn geschoben werden. Zu schön wäre es, jetzt zwei DB 605 brüllen zu hören...

Die Ju 52 der Lufthansa Traditionsflug wird von drei P&W R-1340 Motoren angetrieben. Wer glaubt, dass dies nicht authentisch ist, irrt. Tatsächlich waren die ersten Ju 52/3m mit P&W Hornet bestückt, Exportmodelle später mit dem R-1340 von Pratt&Whitney.
Mal ein Auge auf den Arbeitsplatz der Konkurrenz geworfen... Die Re-Enactors in ihrem zeitgenössischen Outfit gehören ebenso zur Flying Legends Airshow wie die Flugzeuge selbst.
Standardmotorisierung für deutsche Ju 52 war der BMW 132 mit 770 PS - der wiederum eine verfeinerte Lizenzproduktion des Pratt&Whitney R-1340 war.
Am Ende der von 2008 bis 2010 erfolgten Restaurierung erhielt die Buchon von Richard Lake den Wüstenanstrich der Bf 109 von Major Erich Gerlitz, der 1942 als Kommandeur des III/JG 53 in Quotaifija, Ägypten, stationiert war.
Zwei Legenden in einem Bild - Die Ju 52 im Überflug während Anna Walker mit der Jungmann eine weisse Rauchspur an den Himmel heftet.
Als Zuschauer sollte man hier wenigstens ein weiteres Augenpaar zur Verfügung haben. Es spielen sich oft an verschiedenen Stellen des Flugfeldes und des Luftraumes spannende Szenen ab, wie hier der tiefe Überflug einer Buchon über am Start wartende B-17 und P-47.
Seit 1984 befindet sich die unter dem historischen Kennzeichen D-AQUI bekannte Ju 52 im Besitz der Lufthansa. Etwa 10.000 Passagiere erleben jedes Jahr auf Strecken- und Rundflügen die Atmosphäre des Fliegens in den 30er Jahren.
Eine fast typische Szene bei der Flying Legends Airshow: Zwei Spitfires jagen eine Buchon in deutschem Anstrich über das Flugfeld während sich eine B-17 Flying Fortress und eine P-47 Thunderbolt zum Start bereit machen.
Aus spanischer Produktion stammt diese CASA 1.131 in einem Olympia 1936-Anstrich, die wieder von Anna Walker geflogen wurde. Annas Vater brachte ihr das Fliegen bei als sie sechs war. Mit 13 flog sie Segelflugzeuge, wenig später zog sie ihre Segelfliegerkameraden mit der Motormaschine...
Das sieht schlecht aus für John Romain. Zwei Spitfires am Heck und Cliff Spink mit der zweiten Buchon ist nicht zu sehen...
Die beiden Bücker Doppeldecker Jungmann und Jungmeister werden von vielen Top-Piloten in den Himmel gelobt. Das Handling und die feine Abstimmung seien bis heute unerreicht, schwärmt so mancher Profi...
Zurück vom Einsatz: Richard Lake's Buchon spielte im Film "Luftschlacht um England" die "Rote 8" und die "Gelbe 14".
Annas Flugbuch ist gefüllt mit mehr als 3000 Stunden auf 72 Flugzeugmustern. Darunter auch Spitfire, Hurricane, Mustang... Diese Erfahrung sieht man ihrem routiniert geflogenen Display an. Ihre erste Aerobatic-Meisterschaft gewann sie übrigens 1992 mit einer..... Bücker Jungmann.
Der pensionierte RAF Air Marshall Cliff Spink im Cockpit der Buchon. Im Laufe seiner beruflichen Karriere flog er Jet Provost, Hunter, Gnat, Hunter, Lightning und Tornado. Er flog unter anderem Kampfeinsätze im Golfkrieg 1991.
Jean Munn, Chefmechaniker der Shuttleworth Collection, flog die Fi-156A-1 Storch von Peter Holloway eindrucksvoll vor. Es ist einer der wenigen verbliebenen Original-Störche der A-Serie.
Die Buchon "Gelbe 10" ist in Sachen Film übrigens ein Wiederholungstäter. In "Operation Walküre" mit Tom Cruise in der Hauptrolle aus dem Jahr 2009 war sie mit von der Partie.
So sehen zufriedene Fans aus. Für die beiden Münchner Hubert Posch und Edgar Kirschner hat sich die Reise gelohnt. Eine FW 190, so haben sie uns verraten, wäre für die beiden das Sahnehäubchen gewesen...
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