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von Torsten Mörke

	
Das Jagdbombergeschwader G31 ist über mehrere Standorte verteilt. Neben der Kaserne "Boelcke" in Kerpen gibt es die Kaserne "Haus Hardt" in Nörvenich, keine 10 Autominuten von Kerpen entfernt. Der Fliegerhorst selbst liegt zum Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Kerpen und zum Teil auf dem der Gemeinde Nörvenich. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat man dieses Verwaltungsrechnische Problem jedoch schnell gelöst. Insgesamt beschäftigt das Jagdbombergeschwader ca. 2200 Mitarbeiter (1700 Soldaten und 500 Zivilisten) um die 44 vorhandenen Tornados in die Luft zu bekommen. Neben dem reinen Flugpersonal gibt es weitere Staffeln, wie z.B. Flugbetriebsstaffel, Wartungs- und Waffenstaffel, Instandsetzungsstaffel, Elektronikstaffel, Nachschub- und Transportstaffel, Objektschutzstaffel u.s.w. um dieses Ziel zu erreichen. Entsprechend groß sind auch die Dimensionen der drei Standorte. wappen.gif (7888 Byte)
F-104 Das Jagdbombergeschwader 31 wurde im Juni 1958 in Dienst gestellt, damals mit der F-84F ausgestattet. Nachdem im Januar 1959 die NATO Assignierung erfolgte, wurde im April 1961 der Traditionsname "Boelcke" verliehen. Oswald Boelcke war eines der frühen deutschen Fliegerasse im ersten Weltkrieg und Lehrer und Mentor von Manfred von Richthofen, dem roten Baron.

Zitat aus den Standortinformationen des Geschwaders: "Als Boelckes Verdienst sehen wir heute nicht so sehr seine vierzig Luftsiege, sondern seine frühen Gedanken zu Luftkampftaktiken und Ausbildungsmethoden...".

Im Herbst 1961 wurde das Geschwader als erstes der Luftwaffe mit dem neuen Waffensystem F-104G Starfighter ausgerüstet, mit dem man im April 1982 die 200.000 Flugstunde verbuchen konnte. Aber auch hier hat der Starfighter, der nie als Jagdbomber geplant war, für Opfer gesorgt. Insgesammt gingen beim JG31 vierzehn Starfighter verloren, meist mit tödlichem Ausgang für den Piloten. Die Gründe hierfür sind hauptsächlich in der falschen Verwendung des eigentlich großartigen Starfighters zu suchen. Immerhin wurde durch die Umrüstung zum Jagdbomber z.B. das Abfluggewicht um gut 33% erhöht!

Nach seinem letzten Flug im Mai 1983 wurde der Starfighter schließlich gegen den noch heute eingesetzten Tornado ersetzt. Inzwischen konnten sogar im Dezember 2000 die 125000 Flugstunde und im Juli 2003 das 20. Flugjahr gefeiert werden. Der Tornado hat sich als ein zuverlässiges Waffensystem bewährt.

Die Aufgabe des Jagdbombergeschwaders 31 lautet "Kampf gegen feindliche Luftstreitkräfte am Boden, Abriegelung des Gefechtsfeldes und Luftunterstützung des Heeres". Darüber hinaus werden jedoch vielfältige andere Aufgaben erfüllt. So waren z.B. die Objektschutzstaffel während des Irakkrieges damit beauftragt, den amerikanischen Luftwaffenstützpunkt in Ramstein zu sichern. Eine weitere Großaufgabe steht noch dieses Jahr ins Haus: Der Weltjugendtag und der damit verbundene Papstbesuch. Aufgrund der örtlichen Nähe, wird das Jagdbombergeschader 31 hier Parkplätze für ca. 1000 Busse einrichten und auf dem Gelände der Boelcke Kaserne die Betreuung und Verpflegung für ca. 600 Bischöfe übernehmen.

Aber zurück zur eigentlichen Aufgabe: Damit die Piloten und Waffensystemoffiziere ihre Aufgabe erfüllen können, trainiert das JaboG 31 regelmäßg im Ausland. So zum Beispiel bei der Übrung "Cooperative cope thunder" in Alaska oder in "Goose-bay" in Kanada. Im Gegensatz zu innerdeutschen Übungen ist hier auch das Feuern von scharfen Waffen möglich. Flüge mit Überschallgeschwindigkeit sind hingegen auch in Deutschland möglich. Jedoch finden diese in sehr großen Höhen statt, so dass am Boden keine Beeinträchtigung (z.B. durch Überschallknall) spürbar ist. Seit Dezember 2001 verfügt die Luftwaffe mit dem Tornado über die sogenannte "Präzisionsfähigkeit". Das JaboG 31 hat eine führende Rolle in der Erprobung lasergelenkter Waffen geführt und ermöglicht nun das präzise Treffen von weit entfernten Zielen mittels einer Lasermarkierung, die entweder vom angreifenden Flugzeug, oder einem Begleitflugzeug durchgeführt wird. Auf lange Sicht ist auch eine Lasermarkierung vom Boden aus geplant. Verwendung findet hierbei die Präzisionsbombe GBU 24V2B, die mit einer Sprengladung von 250 kg Ziele in Größe eines Panzers punktgenau treffen kann.

Der Tornado soll Ende 2008 / Anfang 2009 durch den Eurofighter abgelöst werden. Bis dahin wird man ihn aber sicherlich noch oft am Himmel von Kerpen / Nörvenich sehen und hören können.

Unser Dank gilt der deutschen Luftwaffe und besonders den Soldaten des Jagdbombergeschwader 31 "Boelcke", die diesen Bericht ermöglicht haben.

Oswald Boelcke Eine Büste des Namensgebers, Hauptmann Oswald Boelcke (1891 - 1916).

Boelckes Verdienste lagen in der Entwicklung von Einsatzgrundsätzen und in der Grundlagenarbeit zur Ausbildung seiner Kameraden. Er gilt als Lehrmeister der Jagdfliegerei und war Freund und Mentor von Manfred von Richthofen.

Eingang Der Eingang zur Boelckekaserne. Hinter dem Staffelabzeichen steht ein alter F-104 Starfighter. Das Jabo G31 war der erste Verband der Bundesrepublik, der mit diesem Muster ausgerüstet wurde.
F-84 Die F-84F wurde 1959 in Dienst gestellt und nur zwei Jahre geflogen. Heute ziert eines dieser Muster den Innenhof der Kaserne.
Flugplatz Der Fliegerhorst in Nörvenich.
Tornado Static Im sogenannten "Static Display" steht ein Tornado samt Waffenzuladung speziell für Pressebesuche im Hangar. Es handelt sich hierbei um ein originales Einsatzmuster, bei dem man auf eine Ersatzteilelieferung wartet. Die Waffenzuladung ist selbstverständlich nicht einsatzfähig.
Tornado Static Ein anderer Blickwinkel der selben Maschine. Im Vordergrund einige freifallende Eisenbomben verschiedener Klassen.
Tornado Static Der Tornado von vorne, eine imposante Erscheinung. Auf dieser Aufnahme sind die Landescheinwerfer, rechts und links in den hinteren Fahrwerksklappen, gut zu erkennen.
Tornado Static Solch ungewöhnliche Blickwinkel kann man nur am Boden genießen. Gut zu erkennen: Der Schleudersitz des Waffensystemoffiziers.
Cockpit Runde Analogtechnik ziert das Cockpit des Piloten. Was auf den ersten Blick altmodisch aussieht hat einen entscheidenen Vorteil: Geringe Anfälligkeit gegen elektronische Störmaßnahmen.
Tornado Ein Tornado im Anflug auf den Flugplatz. Viel zu hoch für eine
Landung, jedoch genau richtig für einen tiefen Überflug.
Tornado Der Pilot zündet den Nachbrenner und zieht den Tornado mit ohrenbetäubendem Lärm nach oben.
Taxiway In einer steilen Rechtskurve verschwindet der Tornado wieder aus dem Blickfeld. Wir nutzen die Gelegenheit um mit dem Auto noch näher heranzukommen.
Tornado Ganz weit vorne stehen wir nun, am Anfang der Rollbahn, und schaffen es gerade noch vor der Ankunft des Tornados.
Tornado In nicht allzu großer Entfernung schwebt die Maschine mit gedrosselten Triebwerken an uns vorbei.
Tornado Kurz vor dem Aufsetzen zieht der Pilot die Nase noch einmal nach oben. Am linken Bildrand: Ein Handlöschgerät für Notfälle.
Tornado Bei dieser Aufnahme habe ich den Moment des Aufsetzens knapp verpasst. Die Rauchfahnen von den urplötzlich beschleunigten Rädern sind jedoch noch gut zu erkennen.
Holzattrappe An dieser Holzattrappe lernt das angehende Technikpersonal zum Beispiel das Aufhängen von Zusatztanks und Bewaffnung.
Betankungseinrichtung Ein spezieller Zusatztank ermöglicht es dem Tornado andere Maschinen zu betanken. Hier als Ausstellungsstück aus der Schulungshalle.
Tornado Ein Fotografentraum, der wahr geworden ist... Aufgebock steht der Tornado mit der berühmten Sonderlackierung "Blue Lightning" in der Halle zum Ausschlachten. Er soll demnächste auf dem Gelände des Fliegerhorstes ausgestellt werden.
Halle Ein Blick in die Instandsetzungshalle ergibt ein wahrlich exklusives Foto. Zu erkennen ist ein Tornado mit dem neuen (grauen) Tarnschema direkt nach dem Umstreichen und noch ohne Geschwaderabzeichen.
Halle Ein Tornado mit geöffneter Luftbremse während der Generalüberholung. Ganz hinten: Ein Tornado der Marine, der dem JaboG31 erst kürzlich übergeben wurde.
Triebwerkshalle Ein Blick in die Triebwerksinstandsetzung. Der große Laufkran ist bei einem Gewicht von guten 1000 kg pro Triebwerk zwingend erforderlich.
Triebwerkshalle Aufgereiht stehen Triebwerke vom Typ Turbo-Union RB199 in der Halle und warten auf ihre Überholung.
Triebwerkshalle Schweres Gerät bedarf schwerer Maschinen. Einer der fünf Arbeitsplätze. Diese Art der Aufhängung ermöglicht sicheres Arbeiten an allen Triebwerksteilen.
 
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