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Forever Flying...

Ein Nachruf auf Robert A. "Bob" Hoover

- von Gerhard Schmid -

Kann es eine geeignetere Überschrift geben um eines Mannes zu gedenken, der den größten Teil seines Lebens der Fliegerei gewidmet hat? Von dem Chuck Yeager einmal sagte, er sei der beste Pilot, den er jemals gesehen habe... Wer war der Mann, von dem General James "Jimmy" Doolittle einst sagte, er sei "the greatest stick and rudder pilot who ever lived"...

Robert Anderson "Bob" Hoover wurde am 22. Januar 1922 in Nashville, Tennessee, USA, geboren, wo er auf dem örtlichen Flugplatz Berry Field seine ersten Flugstunden nahm. Mit dem Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg schrieb sich Hoover bei der Tennessee National Guard ein und wurde zur Pilotenausbildung der Army versetzt.

Erste Erfahrungen als aktiver Pilot sammelte er als Einflieger von fabrikneuen Militärflugzeugen. Später wurde er zum Fronteinsatz ins Mittelmeer versetzt, wo er mit der 52nd Fighter Group in Sizilien stationiert war. 1944 wurde er auf seinem 59. Einsatzflug mit seiner Spitfire Mk. V über Südfrankreich abgeschossen und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft. Filmreif sein Ausbruch aus dem Lager Stalag Luft I in Barth am Bodden und die anschließenden Flucht nach Holland mit einer gestohlenen FW 190.

Nach dem Krieg wurde Bob Hoover Testpilot auf dem Wright Field wo er mit Chuck Yeager Freundschaft schloss. Hoover wurde Yeagers Ersatzpilot im X-1 Programm und flog das P-80 Begleitflugzeug beim ersten Überschallflug. 1948 beendete Hoover seine militärische Laufbahn und wurde ziviler Test- und Ausbildungspilot bei North American Aviation.

In den folgenden Jahren stellte Bob Hoover zahlreiche Luftfahrtrekorde auf und erhielt nicht weniger als 20 zivile Ehrungen, Auszeichnungen und Medaillen, die sich zu seinen fünf hohen militärischen Auszeichnungen gesellen durften.

Die meisten von uns kennen Bob Hoover als den langen, schlaksigen Mann mit dem Strohhut, der mit seiner gelben P-51 Mustang "Ole Yeller" oder mit der zweimotorigen Rockwell Shrike Commander unkonventionellen Kunstflug demonstriert hat. Höhepunkte waren dabei seine "dead stick" Manöver mit abgestelltem Motor und die berühmte "tea pour roll", bei der er während einer Fassrolle mit der zweimotorigen Shrike Commander Tee aus einer Kanne in ein auf dem Instrumentenbrett abgestelltes Glas giesst... (das Video ist im Internet leicht zu finden).

Ich hatte das Glück, Bob Hoovers letzten Airshow Auftritt mit der Shrike Commander zu erleben. 1999 war das, bei den Reno Air Races. 77 Jahre war er damals alt aber im Cockpit war Bob immer jung. Nicht sein Alter bereitete 1999 seinen Auftritten ein Ende sondern die Versicherungen, die unbezahlbare Phantasieprämien für seine Show verlangten. Damals und auch bei späteren Begegnungen erlebte ich Bob als freundlichen, bescheidenen Mann ohne Starallüren. Ein Fliegerkamerad eben.

Am 25. Oktober 2016 hat sich Bob Hoover im Alter von 94 Jahren auf seinen letzten Flug begeben, auf dem er nun, allen Hindernissen des irdischen Daseins entledigt, barrel rolls, loops und cuban eights an einen ewig blauen Himmel zeichnen darf...

Wer mehr über Bob Hoover erfahren möchten, dem sei die Lektüre der 1996 erschienenen und nach wie vor erhältliche Autobiographie "Forever Flying" empfohlen (in englischer Sprache).

So haben viele Fans Bob Hoover in Erinnerung - beim Signieren seiner sehr lesenswerten Biografie "Forever Flying".
Bob Hoovers spektakuläre Kunstflugvorführungen mit der P-51 Mustang "Ole Yeller" waren viele Jahre die Sensation bei Airshows in Nordamerika.
 

 

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