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Shuttleworth Trust: Best of British Summer Evening Flying Display

Der Besuch in Old Warden ist immer lohnenswert, aber besonders die "Summer Evening Flying Displays" haben durch ihre späten Flugvorführungen - und das damit einhergehende besondere Licht - ihren ganz besonderen Reiz. Im Juli lautete das Motto: "Best of British" und es gab für die Fans historischer britischer Flugzeuge wahrlich reichlich zu sehen. Und ganz am Schluss gab es einen einzigartigen sonnigen Moment für die Fans deutscher Doppeldecker.

Stefan Schmoll hat für Sie seine Eindrücke aus Old Warden mitgebracht. Laufende aktuelle Informationen über die kommenden Veranstaltungen finden Sie wie immer unter www.shuttleworth.org

Die Sopwith Pup "9917" G-EBKY wurde von Richard Shuttleworth 1936 erworben und ist demnach seit rund 80 Jahren in Old Warden beheimatet. Zwischen 1916 und 1918 wurden 1770 Exemplare dieses einsitzigen Jagdflugzeugs gebaut.
Weitere 10 Exemplare der Pup wurden später zweisitzig gebaut, und zivil als "Dove" bezeichnet. Bei der G-EAGA handelt es sich um einen flugfähigen Nachbau von "Skysport Engineering" aus dem benachbarten Hatch. Eine dieser damals gebauten "Doves" hat übrigens bis Heute überlebt - es ist die links gezeigte "9917"!! In Wirklichkeit ist sie nämlich eine 1920 produzierte "Dove". Richard Shuttleworth wollte aber lieber einen echten Einsitzer haben.

Weiter geht es mit den Sopwithfestspielen von Old Warden: Diese Sopwith Camel wurde für die Shuttleworth Collection neu gebaut und dürfte schon bald ihren Erstflug als "D1851" (G-BZSC) erleben.

Rund 5500 Exemplare wurden im I. Weltkrieg für die britischen Streitkräfte produziert.

Last not least die Sopwith Snipe ZK-SNI "F2367". Sie kam gemeinsam mit der unten gezeigten Albatros Anfang Juli aus Neuseeland in Old Warden an. Produziert wurde dieser bis ins kleinste Detail dem historischen Original entsprechende Nachbau von der berühmten http://thevintageaviator.co.nz/ aus Neuseeland!

Von der Snipe wurden 1918 noch rund 500 Exemplare gebaut, die bis 1926 im aktiven Dienst der Royal Air Force blieben.

Nach so vielen Sopwith Typen sei hier nur beispielhaft mit der Bristol Fighter eines der vielen weiteren historischen Luftfahrzeuge gezeigt, die zur Sammlung gehören und regelmäßig vorgeflogen werden.

Das Flugprogramm fing erst um 18:00 an - viel Zeit also, um sich umzuschauen. Die Besucher hatten unter anderem die Möglichkeit, sich das ganze Treiben aus der Luft in dieser DH-89 Dragon-Rapide der http://www.classicairforce.com/ aus Coventry anzusehen.

Zum Shuttleworth-Trust gehören ja nicht nur Flugzeuge ? auch die historische Automobilsammlung wird bei den Veranstaltungen regelmäßig präsentiert und vorgeführt?.
... Wobei dieser Panzer allerdings nicht zur Haussammlung gehört. Ist aber mal etwas anderes und eine schöne Abwechslung in der statischen Ausstellung von Old Warden!
Manche Sachen entdeckt man erst so richtig, wenn man mit der Familie in Old Warden ist? Meine Frau wollte unbedingt eine Führung in den http://www.shuttleworth.org/the-swiss-garden/ haben und nicht nur in den Hangars Flugzeuge schauen. WOW, was für ein Meisterwerk der historischen Gartenbaukunst! Und ganz nebenbei: Mitreisende Kinder können in Old Warden wunderbar für einige Zeit im Abenteuerspielplatz "geparkt" werden!
Jetzt aber genug "geparkt": Als Vorprogramm werden regelmäßig die sammlungseigenen Fahrzeuge vorgeführt. Anlässlich der "Best of British" Veranstaltung traf sich auch der `TVR Owner Club´ in Old Warden. Ehrensache, dass auch einige besonders schöne Exemplare am offiziellen Vorprogramm teilnehmen durften.

Das offizielle Flugprogramm beginnt bei den "Evening Flying Displays" um 18:00. Da fliegt bei manch anderer Show meist nur noch der Rausschmeißer für die Leute, die den Weg zum Parkplatz noch nicht gefunden haben.

Den Opener machte der einzige Jet des Tages: Die in den Farben der "Yellowjacks" lackierte Folland Gnat aus North Weald präsentierte sich perfekt in der wunderbaren Abendstimmung über Old Warden.
Und gelb ging es weiter. Hier sehen Sie vier von weltweit vier flugfähigen Miles Magister! Es sind diese Besonderheiten, die Old Warden so großartig machen! Zwei der Magister sind in Old Warden beheimatet, eine fliegt in Breighton (Yorkshire) und die vierte war über Jahrzehnte eingelagert - bis sie im letzten Jahr versteigert worden ist https://www.bonhams.com/auctions/21904/lot/31/
Bei der Auster J/1 Autocrat handelt es sich um die zivile Weiterentwicklung des militärischen Verbindungsflugzeuges aus dem II. Weltkrieg. Charles Sunter, Vorsitzender des internationalen Austerclubs, präsentierte seine G-AIBW als weiteres Beispiel britischer Klassiker.
Auch wenn die Segelfliegerei eine klassische deutsche Domäne ist, so haben die Briten doch auch das ein oder andere elegante Segelflugzeug konstruiert. 1938 wurden drei Exemplare der Slingsby T.13 Petrel gebaut. Na ja, so richtig britisch ist sie nicht - basiert sie doch auf dem deutschen "Rhönadler". Egal, es ist ein wundervolles und weltweit einzigartiges Segelflugzeug, welches Graham Saw vorgeflogen hat. Hier http://www.scalesoaring.co.uk/VINTAGE/Documentation/Slingsby%20Petrel/Petrel.html finden Sie zahlreiche Infos zu diese Maschine.
Eine echte Rarität ist die Foster Wikner Wicko https://en.wikipedia.org/wiki/Foster_Wikner_Wicko Die G-AFJB ist das einzige erhaltene von 10 gebauten Exemplaren. Gegen die Übermacht der deHavilland Leichtflugzeuge konnte sich die Maschine einfach nicht durchsetzen.
Gleich zwei Percival Mew Gull Rennflugzeuge aus den dreißiger Jahren wurden präsentiert. Die weiße G-AEXF ist ein - von insgesamt sechs Exemplaren gebauten - erhaltenes Original. Die rote G-HEKL wurde in den letzten Jahren originalgetreu nachgebaut.
Limbo mal anders. Passend zum "Best of British" Motto spielten einige Oldtimer klassische "Fliegerspielchen" wie Mehlbombenzielabwurf, Ballonstechen oder Flugzeuglimbo?.
De Havilland DH-80 Puss Moth, DH-85 Leopard Moth und DH-87 Hornet Moth gemeinsam mit der Wicko. Alle Maschinen haben den berühmten de Havilland Gipsy Major Motor installiert.
Neben den Gastflugzeugen haben natürlich auch die britischen Klassiker der Sammlung ihren Auftritt. Hier die Paarung Hawker Sea-Hurricane und Gloster Gladiator.
anach folgten Hawker Hind und Hawker Demon. Beide Maschinen sind in Old Warden beheimatet. Sie waren die letzte Generation von komplexen Doppeldeckern, bevor Spitfire und Hurricane auf der Bildfläche erschienen sind.
Auch am Boden ist immer etwas Spannendes zu sehen. Die Sea-Hurricane wird nach ihrer Darbietung stilecht vom historischen Schlepper Richtung Hangar geschleppt.
ie sammlungseigene Supermarine Spitfire ist noch immer in Restauration, aber ohne Spitfire geht es bei der Thematik des Abends natürlich nicht. Keineswegs nur ein Lückenbüßer war die Spitfire MK.Ia N3200 aus Duxford. Sie gehörte bis jetzt einem reichen amerikanischen Entrepreneur, der sie Maschine jetzt dem Imperial War Museum gestiftet hat.
Jeder hat so sein Highlight - dieses war mein ganz persönliches. Bei meinem letzten Besuch im Herbst 2012 waren die Fahrwerke noch nicht ganz fertig und der geplante Auftritt wurde kurzfristig abgesagt. Aber die de Havilland DH-88 Comet in diesem Licht starten zu sehen, daß hat auch die nochmalige Anreise nach Old Warden gelohnt!
Und nicht genug, dass die einzige weltweit erhaltene DH-88 Comet vorgeflogen wurde. Sie wurde begleitet von der DH-90 Dragonfly. Von diesem frühen Geschäftsreiseflugzeug sind zwei Exemplare erhalten geblieben - das andere allerdings in Neuseeland!
Für die Edwardians war zu viel Wind, aber die Flugzeuge des I. Weltkrieges wurden im letzten Licht noch vorgeführt. Exemplarisch dazu die Avro 504 der Shuttleworth-Collection.

Was für ein Abschluss dieses Tages: Nachdem mehr und mehr Wolken aufgekommen sind und das Fotografieren erschwerten, stieg die Albatros ZK-ZGY gegen 20:55 Uhr in den Himmel. Am Boden war es bereits dunkel und auch in 50 Metern Höhe recht düster... Und dann schaute für einige Augenblicke die Sonne zum allerletzten mal vorbei und ermöglichte Fotos wie dieses hier!

Die Albatros wird übrigens bis auf weiteres in Großbritannien auf Flugtagen gezeigt ? könnte aber eines Tages in Deutschland stationiert sein. Schließlich gehört sie einem deutschen Sammler!

Amüsant war übrigens der Kommentator, als er erläuterte, weswegen zwischen all den britischen Flugzeugen ein einziges deutsches Flugzeug gezeigt worden ist: "Na ja, man brauchte halt etwas zum Abschießen?" Auch wegen dieses einzigartigen britischen Humors besuchen wir immer wieder gerne das Mekka der Fliegerei in Old Warden.
 

 

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