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National Museum of the United States Air Force

( U.S. Air Force Museum, Dayton / Ohio )

- Ein AirVenture-Bericht von Hartmut Seidel -

Eines des größten und besten Luftfahrtmuseen der Welt befindet sich bei der Wright-Patterson Air Force Base in der Nähe der Stadt Dayton im U.S. Bundesstaat Ohio : Das National Museum of the United States Air Force. Dieses riesige Museum, auch kurz U.S. Air Force Museum genannt, ist ein absoluter Leckerbissen für jeden Flugzeugfan ! Es sind dort über 300 Flugzeuge und Hubschrauber ausgestellt, darunter sehr viele heutzutage nur noch extrem selten zu sehende Maschinen. Die ausgestellten Luftfahrzeuge stammen aus allen Epochen der Geschichte der amerikanischen Militärluftfahrt. Neben einer Vielzahl von historischen und auch modernen amerikanischen Maschinen sind auch etliche ausländische Militärflugzeuge ausgestellt, darunter auch viele deutsche Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg. Alle im National Museum of the United States Air Force ausgestellten Maschinen befinden sich in einem absolut hervorragenden Zustand !

Die Gegend von Dayton in Ohio ist zeitgeschichtlich genau der richtige Ort für ein Luftfahrtmuseum : Die Gebrüder Wright, denen im Jahre 1903 der erste Flug der Welt mit einem Motorflugzeug gelungen ist, lebten und arbeiteten in Dayton. Die Wright-Patterson Air Force Base, neben der das U.S. Air Force Museum liegt, ist unter anderem nach den Gebrüdern Wright benannt. Nach ihrem erfolgreichen Erstflug 1903 bei dem kleinen Ort Kitty Hawk im U.S. Bundesstaat North Carolina machten die Gebrüder Wright viele ihrer folgenden Testflüge auf einem Farmland namens "Huffman Prairie" in der Umgebung von Dayton / Ohio. Das Gebiet dieser Huffman Prairie gehört heute zum Gelände der Wright-Patterson Air Force Base und befindet sich somit ganz in der Nähe des U.S. Air Force Museums !

Um sich alle im National Museum of the United States Air Force befindlichen Maschinen in Ruhe ansehen zu können, sollte man als leidenschaftlicher Flugzeugfan natürlich viel Zeit mitbringen. Um den Anblick der vielen wunderschönen Flugzeuge, unter denen sich sehr viele absolute Raritäten befinden, in Ruhe genießen zu können, braucht man alleine schon mehrere Tage ! Und es wird noch viel mehr geboten : Unzählige Informationstafeln geben Auskunft über die ausgestellten Maschinen, desweiteren findet man viele Info-Tafeln mit Fotos und Erläuterungen zu Themen aus allen Bereichen der Militärluftfahrt. Ausserdem gibt es noch viele ausgestellte Flugzeugmotoren, Waffen, Modelle und Schaukästen mit Fliegerkombinationen und anderen Ausrüstungsgegenständen zu sehen ! Der Eintritt in das U.S. Air Force Museum ist übrigens kostenlos !       

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Sehen Sie hier nun unseren großen mehrteiligen Fotoreport über eines der besten Luftfahrtmuseen der Welt :
SPAD XIII In einer der Hallen des U.S. Air Force Museums in Dayton / Ohio sind Maschinen aus dem Zeitraum von 1903 bis 1939 zusammengefasst. In dieser "Early Years"-Halle kann man auch etliche sehr interessante Originalflugzeuge aus dem Ersten Weltkrieg bewundern. Hier zu sehen ist ein im Jahre 1918 gebautes Jagdflugzeug vom französischen Typ SPAD XIII. Die Abkürzung "SPAD" steht für "Societe pour l' Aviation et ses Derives". Maschinen dieses Typs wurden 1918 in großer Zahl vom United States Army Air Service über dem französischen Kriegsschauplatz eingesetzt.
North American O47 In der Early Years-Halle des U.S. Air Force Museums findet man eine Vielzahl von sehr interessanten Flugzeugen aus den "Inter War Years", also der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Durch die enorme Berühmtheit der legendären Warbirds aus dem Zweiten Weltkrieg sind viele der Maschinen aus den davorliegenden "Inter War Years" heutzutage fast unbekannt. Bei dieser Maschine hier handelt es sich um ein dreisitziges Aufklärungs- und Beobachtungsflugzeug vom Typ North American O-47, einer Konstruktion aus der Mitte der Dreißiger Jahre. Die Maschine hat Markierungen der Ohio National Guard. Die hinten auf dem Rumpf zu sehende weiß-rote Kokarde ist ein Zeichen, welches auch in der Flagge des U.S. Bundesstaates Ohio enthalten ist.
Halberstadt CL IV Mit diesem Kampfflugzeug vom Typ Halberstadt CL IV ist in der Early Years-Halle auch ein deutsches Originalflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg zu sehen. Das Flugzeug wurde im Jahre 1984 vom U.S. Air Force Museum erworben. Anschließend wurde die Maschine in enger Zusammenarbeit mit dem Museum für Verkehr und Technik in Berlin ( dem jetzigen Deutschen Technikmuseum ), sowie dem National Air and Space Museum der amerikanischen Smithsonian Institution restauriert.
Curtiss O 52 Owl Von dem Ende der Dreißiger Jahre entwickelten Aufklärungs- und Beobachtungsflugzeug Curtiss O-52 Owl wurden 1940 vom U.S. Army Air Corps 203 Maschinen bestellt. Die Lieferung der Maschinen begann Anfang 1941. Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 wurden die Maschinen dieses Typs aber nicht mehr in ihrer ursprünglichen Rolle eingesetzt, sondern nur noch für Verbindungsflüge innerhalb der USA und für Ausbildungszwecke verwendet. Ausserdem wurden mit Curtiss Owl-Maschinen noch Küstenpatrouillenflüge durchgeführt.
Caproni Ca 36 Eine ganz besonders interessante Maschine unter den in der Early Years-Halle ausgestellten Flugzeugen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs ist dieser italienische Bomber vom Typ Caproni Ca 36. Die Maschine befindet sich seit 1987 im U.S. Air Force Museum und ist eine Leihgabe des Museo Aeronautica Caproni di Taliedo in Italien.
Northrop A17 Eine weiteres interessantes Flugzeug aus der Zeit der Inter War Years ist diese Maschine vom Typ Northrop A-17. Dieser Flugzeugtyp wurde Mitte der Dreißiger Jahre als leichter Bomber gebaut und ursprünglich auch für diese Aufgabe in Dienst gestellt. Noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden aber viele Northrop A-17 Flugzeuge des USAAC ins Ausland verkauft und die verbliebenen Maschinen dann für andere Aufgaben verwendet. Soweit bekannt ist diese Northrop A-17 des U.S. Air Force Museums das einzige Flugzeug dieses Typs, das es weltweit noch gibt.
Caproni Ca 36 Die Caproni Ca 36 ist mit drei jeweils 150 PS starken wassergekühlten Sechszylindermotoren vom Typ Isotta-Fraschini V4B ausgerüstet. Zwei der Motoren haben Zugpropeller und sind auf den doppelten Leitwerksträgern zwischen den Tragflächen montiert. Das dritte Triebwerk treibt einen Druckpropeller an und befindet sich an der Rückseite der Rumpfgondel für die Besatzung, weswegen es auf diesem Foto leider nicht zu sehen ist.
North American Trainer Einige der im U.S. Air Force Museum ausgestellten Flugzeuge sind als Teil von sorgfältig gestalteten Dioramen zu sehen, die Szenen aus dem Einsatz des jeweiligen Flugzeugtyps und aus dem Alltag der Besatzungen darstellen. Dieses Diorama hier zeigt was passiert, wenn in einer Militärfliegerschule der Flugschüler beim Rollen mit einem Schulflugzeug mit Spornradfahrwerk bei Rückenwind zu heftig bremst. Erstens : Die Maschine macht einen "Kopfstand". Zweitens : Der Flugschüler bekommt einen "Anpfiff" des Fluglehrers, was mit den Puppen links im Vordergrund der Maschine eindrucksvoll dargestellt wird. Das Schulflugzeug hier ist übrigens eine North American NA-64, ein noch mit starrem Fahrwerk ausgestattetes Vorläufermodell der berühmten T-6 Texan.
Oberursel UR 2 Triebwerk Wie im Eingangstext schon erwähnt verfügt das U.S. Air Force Museum auch über eine große Sammlung von Flugzeugtriebwerken. Hier ist ein deutscher Umlaufmotor vom Typ Oberursel UR-2 zu sehen. Es handelt sich um einen der wenigen Originalmotoren dieses Typs, die es weltweit noch gibt. Die 110 PS starken Oberursel UR-2 Umlaufmotoren wurden als Antrieb für die berühmten Fokker Dreidecker verwendet, die durch den "Roten Baron" Manfred von Richthofen weltbekannt geworden sind.
Martin B10 Ein besonders wichtiges amerikanisches Flugzeug aus der Zeit der Inter War Years ist dieser Bomber vom Typ Martin B-10. Zur Zeit ihrer Indienststellung im Jahre 1934 bedeuteten die Martin B-10 Bomber durch ihre für die damalige Zeit sehr moderne Konstruktion als Ganzmetall-Eindecker mit einziehbarem Fahrwerk und internem Bombenschacht, sowie einem Maschinengewehrdrehturm am Bug einen enormen technischen Fortschritt für das United States Army Air Corps.
Wright Flyer Im U.S. Air Force Museum in Dayton / Ohio ist mit dieser Maschine hier sogar ein von den Gebrüdern Wright produziertes Originalflugzeug zu sehen ! Es handelt sich um ein etwas modifiziertes Exemplar des Wright "B" Flyer. Das ausgestellte Flugzeug wurde als Schulflugzeug verwendet und ist im Jahre 1924 zum letzten Mal geflogen. Die U.S. Army hatte übrigens im Jahre 1911 zwei Maschinen vom Typ Wright "B" Flyer gekauft.
Martin B10 Soweit bekannt ist die Martin B-10 des U.S. Air Force Museums in Dayton die einzige Maschine dieses Typs, die es weltweit noch gibt. Das Flugzeug war 1938 nach Argentinien geliefert worden, wo die Maschine lange Zeit bei der argentinischen Marine im Dienst gewesen ist. Im Jahre 1970 erhielt die Regierung der USA diese Martin B-10 zur Ausstellung im U.S. Air Force Museum von Argentinien geschenkt. In den Jahren 1973 bis 1976 wurde das Flugzeug gründlich restauriert und kann daher - wie übrigens alle Maschinen des U.S. Air Force Museums - in einem absolut erstklassigen Zustand bewundert werden !
Wright B Flyer Der modifizierte Wright "B" Flyer befindet sich nicht in der Early Years-Halle, sondern in einer anderen Ausstellungshalle des U.S. Air Force Museums, in der modernere Flugzeuge ausgestellt sind. Dort ist der Wright "B" Flyer neben einer riesigen amerikanischen Fahne über einem Prototypen des nagelneuen Superjets F-22 Raptor zu sehen. So wird mit diesen beiden Flugzeugen eindrucksvoll der enorme technische Fortschritt in der amerikanischen Militärluftfahrt von den ersten Motorflugzeugen der Gebrüder Wright bis hin zum F-22 Raptor Hightech-Superjet für das 21. Jahrhundert symbolisiert.
Douglas Bolo Ein weiterer wichtiger Bomber der Inter War Years ist die Douglas B-18 Bolo. Beim japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 sind auch einige Douglas Bolo am Boden zerstört worden, weswegen sich die Maschine des U.S. Air Force Museums ( eine B-18 A ) nicht in der Early Years-Halle befindet, sondern in der "Air Power" Halle aufgestellt wurde, in der sich eine riesige Zahl von Warbirds aus dem Zweiten Weltkrieg befindet. Da die Douglas Bolos Anfang der Vierziger Jahre bereits veraltet waren, wurden sie bis Anfang 1942 aus den Bomberverbänden zurückgezogen und nur noch als Transporter und in einer umgerüsteten Spezialversion als U-Boot-Jäger eingesetzt.
Douglas O-38 F In der Early Years-Halle des U.S. Air Force Museums sind auch viele interessante Flugzeuge aus der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt. Eine Maschine aus der Zeit dieser "Inter War Years" ist dieses Anfang der Dreißiger Jahre produzierte Beobachtungs- und Verbindungsflugzeug vom Typ Douglas O-38 F in den Farben des United States Army Air Corps.
Seversky P35 Auch dieses Jagdflugzeug vom amerikanischen Typ Seversky P-35 aus der Zeit der Inter War Years ist in der Air Power-Halle zusammen mit den Warbirds aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt, da dieser Flugzeugtyp während des Zweiten Weltkriegs noch kurz in den Kampfeinsatz gekommen ist. Die Maschine des U.S. Air Force Museums ist - soweit bekannt - die einzige Seversky P-35 die es weltweit noch gibt !
Curtiss P6E Hawk Im "Inter War Years"-Bereich der Early Years-Halle des U.S. Air Force Museums sind auch einige amerikanische Doppeldecker-Jagdflugzeuge ausgestellt, welche in den Dreißiger Jahren von den amerikanischen Luftstreitkräften verwendet wurden. Bei diesem Flugzeug hier handelt es sich um eine Maschine vom Typ Curtiss P-6 E Hawk, von der insgesamt 46 Maschinen für das United States Army Air Corps gebaut worden sind.
Seversky P35 Maschinen vom Typ Seversky P-35 wurden von den amerikanischen Luftstreitkräften im Dezember 1941 während der japanischen Invasion der Philippinen zur Verteidigung eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt waren die P-35 allerdings bereits veraltet und fast alle Maschinen wurden bei den Kampfhandlungen zerstört.
Boeing P12 Flugzeuge des hier zu sehenden Typs Boeing P-12 wurden von 1929 bis 1932 beim United States Army Air Corps ( = USAAC ) in Dienst gestellt. Einige Boeing P-12 wurden bis ins Jahr 1941 verwendet und waren damit die letzten Doppeldecker-Jagdflugzeuge der amerikanischen Luftstreitkräfte.
Curtiss P36 Auch dieses in der Air Power-Halle ausgestellte Jagdflugzeug vom Typ Curtiss P-36 ist eine Maschine, die bereits während der Inter War Years konstruiert wurde. Die ersten Maschinen dieses Typs wurden Ende der Dreißiger Jahre an das United States Army Air Corps geliefert. Beim japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 befanden sich unter den wenigen amerikanischen Maschinen, die zur Abwehr starten konnten, auch einige Curtiss P-36. Der Flugzeugtyp Curtiss P-36 ist übrigens vielleicht auch besser bekannt unter der Exportbezeichnung Curtiss Hawk 75.

Hier geht's weiter mit   >>>Teil 2

 

 

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