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Zu Besuch bei der Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe in Hangelar.

Ein AirVenture-Bericht von Hartmut Seidel

 

Der Bundesgrenzschutz ( BGS ) ist die Polizei des Bundes. Die Aufgaben des BGS sind sehr umfangreich und bestehen bei weitem nicht nur aus dem Schutz der Staatsgrenzen. Zur Unterstützung bei der Durchführung seiner vielseitigen Aufgaben verfügt der BGS über die Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe, die mit über 100 Hubschraubern ausgestattet ist und damit als die größte zivil zugelassene Hubschrauberflotte in Europa gilt. Das Einsatzspektrum der BGS-Hubschrauber umfasst die Grenzüberwachung, den Transport von Polizeieinsatzkräften bei Großeinsätzen und Sondereinsätzen und den Begleitschutz von Gefahrguttransporten ( z.B. der sogenannten "Castor"-Transporte ). BGSlogo.jpg (7463 Byte)
Außerdem führen BGS-Hubschrauber bei Tag und Nacht Überwachungsflüge zum Schutz vor Anschlägen auf ICE-Strecken durch. Eine besonders wichtige Aufgabe für die Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe ist der Hilfs- und Rettungseinsatz. Neben der Seenot- und Gebirgsrettung sowie Feuerlöscheinsätzen z.B. bei Waldbränden zählen hierzu vor allem Hilfsflüge, Transport- und Evakuierungseinsätze bei Unglücks- und Katastrophenfällen ( so z.B. bei der Hochwasserkatastrophe an der Elbe und anderen Flüssen in Ostdeutschland im August 2002 ). Weitere wichtige Aufgaben sind Fahndung nach Straftätern und vermissten Personen. Außerdem werden mit BGS-Hubschraubern auch "VIP"-Transporte wichtiger Personen durchgeführt, so z.B. von Regierungsmitgliedern und Staatsgästen. Die Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe unterteilt sich in fünf Bundesgrenzschutz-Fliegerstaffeln, die über ganz Deutschland verteilt sind. Das Hauptquartier der BGS-Fliegergruppe befindet sich in St. Augustin-Hangelar bei Bonn. AirVenture-Mann Hartmut Seidel bekam die Gelegenheit, sich in den dortigen Hangars mal umzusehen. Was es dort zu sehen gab ist ein absoluter Hochgenuß für jeden Hubschrauberfan !
Super Puma Die größten Hubschrauber im Dienst der Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe sind 3 allwettertaugliche Aérospatiale Super Puma AS 332 L 1. Der Super Puma ist eine Weiterentwicklung des bewährten Hubschraubertyps SA 330 Puma, der ebenfalls beim BGS eingesetzt wird.
Werft

Werft

Die Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe ist als Luftfahrttechnischer Betrieb durch das Luftfahrt-Bundesamt anerkannt. Große Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an den BGS-Hubschraubern werden bei der Zentralen Instandhaltungsstaffel in St. Augustin-Hangelar durchgeführt. Dort verfügt die BGS-Fliegergruppe über eine große und modern ausgerüstete Werft und gut ausgebildetes Personal. In Hangelar befindet sich auch das gut sortierte Zentrale Materiallager mit ca. 100.000 registrierten Ersatzteilen.
Super Puma Dieser Super Puma ist in der Kabine für den VIP-Transport mit Ledersitzen ausgestattet. Außerdem verfügt er über eine seitlich hinter dem Cockpit außen angebrachte Klimaanlage. Wie schon erwähnt ist für den BGS der VIP-Transport aber nur eine Aufgabe unter vielen und so werden die Super Pumas auch für den normalen Mannschafts- und Materialtransport eingesetzt.
Puma

Puma

Puma

Puma

Die BGS-Fliegergruppe verfügt über insgesamt 22 mittlere Transporthubschrauber ( MTH ) vom Typ Aérospatiale SA 330 J Puma. Sie werden seit mittlerweile 30 Jahren umfangreich eingesetzt. Dieser Puma hier mit dem Kennzeichen "D-HAXA" ist übrigens der erste Puma überhaupt, der 1973 beim BGS in Dienst gestellt wurde. Wartung und Pflege der Hubschrauber sind beim BGS vorbildlich, so daß dieser Puma auch nach drei Jahrzehnten im harten Einsatz immer noch wie neu aussieht und weiterhin gute Dienste leisten kann ! Der Hubschrauber ist mit einer Rettungswinde mit einer Tragkraft von 270 Kilogramm ausgerüstet. In dieser Ausrüstung kamen Pumas sowie andere Hubschraubertypen des BGS zum Beispiel bei der Elbe-Hochwasserkatastrophe im August 2002 in großer Zahl zum Einsatz. Insgesamt wurden dabei allein von den BGS Hubschraubern über 2.060 Menschen gerettet. Mehrere hundert dieser Personen mussten dabei mit Seilwinden aus Wohnungen und von Hausdächern geborgen werden. Nach den Rettungs- und Evakuierungseinsätzen transportierten die BGS-Hubschrauber noch eine große Menge Hilfsgüter ins Katastrophengebiet. Desweiteren wurden alleine von den BGS-Hubschraubern nicht weniger als 73.500 Sandsäcke zur Sicherung und Abdichtung von Deichen transportiert! Bundesgrenzschutzhubschrauber kommen übrigens auch zum Einsatz wenn im Ausland dringend Hilfe gebraucht wird. So waren zum Beispiel im Jahre 2000 bei der Überschwemmungskatastrophe im Afrikanischen Staat Mosambik zwei Puma-Hubschrauber des BGS für Evakuierungs- und Versorgungsflüge im Einsatz.
Werft In der Werft wurden gerade auch Wartungsarbeiten an einem Hubschrauber vom Typ Bell 212 durchgeführt. Der Bundesgrenzschutz verfügt über insgesamt acht Bell 212.
Alouette II

Alouette II

Alouette II

Die exzellente Wartung und Pflege der Hubschrauber durch das BGS-Wartungspersonal sorgen dafür, daß auch die ab 1964 eingeführten Hubschrauber vom Typ Sud Aviation SA 318 C Alouette II immer noch im Einsatz sind und gute Dienste verrichten. Die Alouette II sind Verbindungs- und Beobachtungshubschrauber (VBH) und können auch durchaus immer noch für normale Polizeiliche Aufgaben verwendet werden. Sie werden heutzutage allerdings hauptsächlich für die fliegerische Grundausbildung eingesetzt. Die Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe verfügt über eine eigene Luftfahrerschule die einen ausserordentlich guten Ruf genießt ! Die sehr intensive Ausbildung zum Berufshubschrauberführer [ CPL (H) ] dauert zur Zeit 18 Monate und enthält im Gegensatz zu einer rein zivilen Schulung natürlich auch eine umfangreiche Einweisung in das Polizeitaktische Fliegen, welches bei den BGS-Einsätzen erforderlich ist. Hubschrauberpilot beim Bundesgrenzschutz kann übrigens nicht jeder werden. Zur Pilotenausbildung kann sich nur bewerben, wer bereits eine allgemeine polizeiliche Laufbahnausbildung von zwei bis drei Jahren zum Polizeivollzugsbeamten des BGS oder auch der Polizeien der Länder absolviert hat.
EC 155

EC 155

EC 155

EC 155

Zur Ablösung alter Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D wurden beim Bundesgrenzschutz ab 1999 dreizehn nagelneue Eurocopter EC 155 als Leichte Transport- und Mehrzweckhubschrauber (LTH) in Dienst gestellt. Der EC 155 verfügt über ein ultramodernes vollständig digitalisiertes "Glas-Cockpit" und ist mit den verschiedensten Ausrüstungen für eine Vielzahl von Aufgaben einsetzbar. So kann der EC 155 neben zwei Piloten bis zu 12 Passagiere befördern. Er verfügt über einen Lasthaken mit dem Aussenlasten bis zu einem Gewicht von 1.600 Kilogramm aufgenommen werden können. Als eine Aussenlast kann der EC 155 zum Beispiel für Feuerlöscheinsätze einen 900 Liter Löschwasserbehälter transportieren. Für Rettungseinsätze auch unter schwierigsten Bedingungen kann man den EC 155 mit einer Elektrischen 90 Meter-Seilwinde mit 270 Kilogramm Tragkraft ausrüsten. Ein weiteres wichtiges Arbeitsgebiet für den Eurocopter EC 155 sind Such- und Überwachungsflüge bei Tag und Nacht, für die er mit Wärmebildgerät und SX 16 Infrarot- und Weißlicht-Suchscheinwerfer ausgestattet werden kann.
Alouette II Nach fast 40 Jahren im aktiven Dienst neigt sich die Einsatzzeit der Hubschrauber vom Typ Alouette II beim Bundesgrenzschutz nunmehr dem Ende zu. Bis zum Jahre 2005 werden die Alouette II nach und nach außer Dienst gestellt. Diese drei Alouette II mit den abmontierten Rotorblättern sind bereits ausgemustert und stehen zum Verkauf.
EC 135

EC 135

EC 135

Als Nachfolger des Hubschraubertyps Alouette II werden beim Bundesgrenzschutz seit dem Jahre 2000 nagelneue Hubschrauber vom Typ Eurocopter EC 135 in Dienst gestellt. Der ultramoderne EC 135 wird ebenfalls als Verbindungs- und Beobachtungshubschrauber eingesetzt. Dieser EC 135 hier trägt eine Spezialausrüstung, die für Beobachtungsflüge bei Tag und Nacht hervorragend geeignet ist, zum Beispiel bei der Suche nach flüchtigen Straftätern oder vermissten Personen, bei der Suche nach Schleuserbanden an den Staatsgrenzen, sowie auch bei den ausserordentlich wichtigen Patrouillenflügen entlang des Schienennetzes der Deutschen Bahn zum Schutz der Bahnanlagen und Gleise vor Terroristen und Saboteuren. In dem Behälter in Flugrichtung rechts angebracht sind hierzu Tageslichtkamera sowie eine sehr leistungsfähige Wärmebildkamera, die auch in tiefschwarzer Nacht sehr deutliche Aufnahmen zum Beispiel von Personen und Fahrzeugen ermöglicht. In Flugrichtung links befindet sich ein SX 16 Infrarot- und Weißlicht-Suchscheinwerfer. Etwas ganz besonderes ist auch das Gerät vorne unter dem Cockpit : Es handelt sich um ein Hinderniswarngerät namens "HELLAS" ( = Helicopter Laser Radar ) welches hilft, in Flugrichtung befindlichen und manchmal nur schwer zu erkennenden Hindernissen wie z.B. Überlandleitungen, hohen Masten und Windrädern auszuweichen. Bei "HELLAS" handelt es sich übrigens um das weltweit erste aktive Hinderniswarnsystem. ( Die Fotos des EC 135 entstanden übrigens als einzigste in diesem Bericht nicht in Hangelar sondern bei den Belgian Helidays 2003, einer großen Airshow speziell für den Hubschrauberfan auf der Basis Lüttich-Bierset in Belgien. Sehen Sie hier auch unseren großen Fotoreport über die    >>>Belgian Helidays 2003
EC 155 Der Eurocopter EC 155 verfügt über einen Zehnblatt-"Fenestron"-Heckrotor.
Hangar Was dem staunenden Besucher in Hangelar sofort auffällt : In den Bundesgrenzschutz-Hangars ist es so sauber, daß man wirklich "vom Boden essen kann" !
Bo 105

Bo 105

Deutschland verfügt erfreulicherweise über ein landesweit gut ausgebautes Luftrettungssystem, deren Rettungshubschrauber in Notfällen immer zur Stelle sind. In ganz Deutschland gibt es insgesamt 51 Luftrettungsstationen. Auf 16 dieser Luftrettungsstationen sind Zivilschutzhubschrauber (ZSH) des Bundesministerium des Innern stationiert. Neben zwei Hubschraubern vom Typ Bell 212 sind dies vor allem 22 orangefarbene Rettungshubschrauber vom Typ MBB (jetzt Eurocopter) Bo 105 mit den berühmten "Christoph"-Rufzeichen, von denen hier zwei Maschinen zu sehen sind. Jeder kennt sie, denn sie sind sehr oft im Einsatz um Menschen bei Verkehrsunfällen und auch schweren Erkrankungen zu retten. Vielleicht nicht so bekannt ist die Tatsache, daß die Rettungshubschrauber des Bundesministerium des Innern von Piloten des Bundesgrenzschutz geflogen werden. Der Einsatz im Luftrettungsdienst ist für die BGS-Piloten von unschätzbarem Wert, denn bei den Rettungsflügen die oft unter ungünstigen Bedingungen durchgeführt werden müssen und praktisch immer mit Aussenlandungen verbunden sind gewinnen sie eine Menge Flugerfahrung unter Extrembedingungen, die bei reinen Übungsflügen in der Form nicht zu bekommen ist. Übrigens wurden seit Beginn der organisierten Luftrettung in Deutschland im Jahre 1971 insgesamt schon über eine Million Rettungsflugeinsätze durchgeführt, von denen etwa 50 % von Piloten des Bundesgrenzschutz geflogen wurden!
Fazit :

Die Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe verfügt über eine sehr vielseitige und leistungsfähige Flotte von Hubschraubern und hat eine Vielzahl von sehr wichtigen Aufgaben wahrzunehmen. Hubschrauberpilot beim Bundesgrenzschutz ist daher ein sehr interessanter und nützlicher Beruf für jeden flugbegeisterten Mann ( und übrigens auch Frau ! ). Falls sich von unseren Lesern also jemand für eine Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten des Bundesgrenzschutz und eventueller anschließender Ausbildung zum Berufshubschrauberführer beim BGS interessiert, kann er sich an folgende Adresse wenden :

Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe

Luftfahrerschule

Bundesgrenzschutzstraße 100

53757 Sankt Augustin

Tel.: 02241 / 238-2474

www.bundesgrenzschutz.de und www.bgs-fto.de 

Das AirVenture-Team bedankt sich beim Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit des BGS, Herrn Ralf Schnurr, für die Führung durch die BGS-Hangars in St. Augustin-Hangelar !

Am 22. Mai 2005 hat der Bundesgrenzschutz das fünfzigjährige Bestehen des BGS-Flugdienstes mit einen großen Tag der offenen Tür an dem Standort Flugplatz St. Augustin-Hangelar bei Bonn gefeiert ! Sehen Sie auch hierzu unseren großen Fotoreport >>>BGS05

 

 

 

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