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"Aviation & The Movies"

Classic Fighters Airshow 2007, Omaka Aerodrome, Blenheim, New Zealand

- von Hartmut Seidel und Gerhard Schmid -
 

Eine Airshow in Neuseeland? Noch vor wenigen Jahren hätte selbst mancher weitgereiste Airshowfan mit den Schultern gezuckt. Und doch ist innerhalb von nur sechs Jahren inmitten der für ihren hervorragenden Wein bekannten Provinz Marlborough auf der Südinsel Neuseelands mit der Classic Fighters Airshow ein Weltklasse-Event entstanden.

Das Wort Enthusiasmus ist vermutlich zu wenig, will man beschreiben, mit welcher Begeisterung und Motivation sich einige Fans historischer Flugzeuge an die Arbeit gemacht haben um diese Show auf die Beine zu stellen. Mehr als ein Dutzend Kampfflugzeuge des ersten Weltkrieges, Originale und Replicas, fast zwei Dutzend Flugzeuge aus der Zeit des zweiten Weltkrieges und nicht weniger als 40 Nachkriegsflugzeuge sorgten zusammen mit historischen Fahrzeugen und Panzern sowie Scharen von Statisten in historischen Uniformen für atemberaubende Action über den gesamten Tagesverlauf. Bei der Inszenierung der "Battle of Britain", "A Bridge Too Far", "The Great War Scenario and Display", "Tora! Tora! Tora!" und "Apocalypse Now" Vorführungen war dann auch deutlich die Handschrift der Filmindustrie zu erkennen. Kein geringerer als Peter Jackson, Regisseur von Filmen wie "Herr der Ringe" und "King Kong" und selbst Neuseeländer, hat zusammen mit seinen Special Effects Profis Hand angelegt um nichts dem Zufall zu überlassen.

Mit der vierten Classic Fighters Airshow gelang den Veranstaltern, am Osterwochenende 2007 eine Veranstaltung, die selbst langjährigen und abgebrühten Airshowprofis aus den USA und Europa einen Ausdruck von ungläubigem Staunen in die Gesichter zauberte. Auch wir beide, Hartmut Seidel und meine Person, waren tief beeindruckt von dem, was wir hier, 20.000 km von der Heimat entfernt, erleben durften. Der berühmte Vergleich von Kaninchen und Schlange fällt mir ein, wenn ich mich in Gedanken wieder an der Flightline sehe. Wie gebannt auf die sich überschlagenden Ereignisse starrend, hätten wir fast das Fotografieren vergessen. Aber eben nur fast. Und so können wir Ihnen, liebe Leser, einige Impressionen präsentieren, die vielleicht sogar einen Einfluss auf die Planung Ihres Osterurlaubes 2009 haben könnten...

Teil 1: Jasta 11
Teil 2: WW I Flugzeuge
Teil 3: WW II Shows
Teil 4: weitere Vorführungen
Die Piloten der wertvollen Maschinen werden sorgfältig ausgewählt. Viele wollen, doch nur wenige dürfen ins Cockpit. Ausschlaggebend sind nicht nur fliegerische Fähigkeiten sondern auch Faktoren wie Charaktereigenschaften und Einstellung.
John Lanham, der bei den Flugvorführungen im Cockpit des roten Dreideckers in die Rolle des Manfred von Richthofen schlüpft, unterhält sich mit einem seiner "Jasta 11-Kameraden". Der Motor der Dr.I läuft bereits.
Die wunderschönen Nachbauten sind so weit wie möglich originalgetreu. Bei der Classic Fighters Airshow 2007 trugen alle Dreidecker historische Anstriche der berühmten Jasta 11.
Letzte Handgriffe vor dem "Einsatz". Lederjacke, Fliegerhaube mit Brille und flatternder Schal runden das Gesamtbild der Jagdflieger in ihren historischen Flugzeugen ab.
Im ersten Weltkrieg wurden die Fokker Dr.1 Dreidecker von einem Oberursel UR.II Umlaufmotor mit neun Zylindern, 15,1 l Hubraum und 110 PS angetrieben. Die Replica fliegt mit 145 PS aus einem amerikanischen Warner Scarab 50 Sternmotor, der von Ende der 20er bis Anfang der 30er Jahre produziert wurde.
Die weiss behandschuhte Hand zum Gruß des Flügelmannes erhoben, rollt der Jagdflieger über das Flugfeld, eine große Wiese. Befestigte Startbahnen kannten die Flieger des ersten Weltkrieges noch nicht.
Der Anstrich dieser Fokker Dr.I wurde historischen Fotografien entnommen. Bis heute ist jedoch nicht bekannt, von welchem Piloten dieses Flugzeug geflogen wurde.
Am 26.6.1918, drei Tage vor seinem 22. Geburtstag fiel Leutnant Werner Steinhäuser im Luftkampf. Er war seit November 1917 bei der Jasta 11 und erzielte selbst 10 Abschüsse.
Auch der Bruder des "Roten Baron", Oberleutnant Lothar von Richthofen, war mit 40 Luftsiegen ein erfolgreicher Jagdflieger. 1915 kam er von der Kavallerie zu den Fliegertruppen. Im März 1917 wurde er zur Jasta 11 versetzt, wo er innerhalb von 47 Tagen nicht weniger als 24 Gegner, darunter den berühmten englischen Jagdflieger Albert Ball, abschoss. 1922 kam Lothar von Richthofen bei einem Flugunfall ums Leben.
16 Luftsiege, darunter 5 Ballone, konnte Leutnant Hans Weiss vorweisen, ehe er am 2.5.1918 im Luftkampf mit dem Kanadier Lt. Merril Taylor vom 209 Squadron tödlich abgeschossen wurde. Weiss war Kammandeur der Jasta 11 vom 8.4.1918 bis zu seinem Tod. Das weisse Leitwerk wird seinem Namen zugeschrieben, die weisse obere Tragfläche war das Erkennungszeichen des Kommandeurs.
Leutnant Eberhardt Mohnicke flog 1918 eine Fokker Dr.1 mit diesem auffallenden Anstrich. Er war dreimal kommandierender Offizier der Jasta 11: 2. Mai - 19. Juli 1918, 14.-26. August 1918 und 2.-4. September 1918. Das nach links gerichtete "Svastika" war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein weit verbreitetes Glückssymbol.
Leutnant Richard Wenzl begann seine Karriere bei der Jasta 31, wo er im Frühjahr 1917 seine ersten beiden Abschüsse erzielte. Bei der Jasta 11 flog er nur kurze Zeit, ehe er zur Jasta 6 wechselte, deren Kommandeur er vom 11.8.-1.9.1918 war. Insgesamt schoss Wenzl 11 Flugzeuge und einen Ballon ab.
Der berühmte "Rote Baron". Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen erzielte den ersten seiner insgesamt 80 Luftsiege am 17.9.1916 über Cambrai. Nach 18 Luftsiegen erhielt er den "Pour le Mérite". Das Kommando über die Jasta 11 übernahm von Richthofen im Januar 1917. Am 21. April 1918 wurde der legendäre Flieger über Morlancourt Ridge von Bodentruppen abgeschossen. Er starb nach seiner Notlandung noch im Cockpit an seiner schweren Verwundung.
In Reih' und Glied warten die Flieger der Jasta 11 auf ihren berühmten Staffelführer. Als letzter gelandet, rollt er an seinen Kameraden vorbei. Wenige Augenblicke später erfolgt ein weiterer Start aller sieben Maschinen.
Gespannt beobachtet der "Fliegende Zirkus" den Luftkampf zwischen dem "Roten Baron" Freiherr von Richthofen und seinem englischen Gegner.
Aufgrund ihrer farbenfrohen Anstriche wurde die Jasta 11 auch "Fliegender Zirkus" genannt. Hier startet die Staffel, geführt vom "Roten Baron" zum "Feindflug".
Nach der Landung kommt der Pilot Gene de Marco, der in der Show den Britischen Flieger Roy Brown verkörpert, auf den roten Baron zu und reicht ihm die Hand.
Die gesamte Jagstaffel 11 des Jagdgeschwader I beim Alarmstart. Der Verbandsstart von sieben flugfähigen Fokker Dreideckern ist weltweit einmalig. Im Programm der Classic Fighters Airshow markiert diese Phase den Höhepunkt.
Die Dr.I von Leutnant Richard Wenzl bei einem tiefen Vorbeiflug, die Maschine im Hintergrund lässt sich anhand der Farbgebung als die des Oberleutnant Lothar von Richthofen identifizieren.
Dicht geschlossen zieht der "Fliegende Zirkus" vor der beeindruckenden Kulisse der Hügel von Marlborough vorbei. Die bereits tief stehende Nachmittagssonne verleiht dem Bild eine einmalige Stimmung.
Die ebenfalls zur Airshow gehörenden Bodentruppen haben beim Gefecht viel Rauch erzeugt. Der Dreidecker von Lothar von Richthofen taucht gerade in eine dieser Wolken ein.
Sehr dicht passieren die Jagdflieger die Flightline, so dass selbst im Fluge Detailaufnahmen möglich sind. Die roten Tragflächenverstrebungen waren übrigens ein Erkennungsmerkmal der Jasta 11.
Hier geht's weiter zu >>> Teil 2
 

 

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