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Hahnweide 2013

Antiques

Freitagnachmittag ertönte das sonore Brummen von fünf Junkers Ju 52 zur inoffiziellen Eröffnung über der Hahnweide, und danach schwebten fast im Minutentakt historische Flugzeuge aus ganz Europa auf den Flugplatz von Kirchheim/Teck südlich von Stuttgart ein. Wir beginnen unsere diesjährige Reportage mit den angereisten Klassikern von den Anfängen der Luftfahrt bis zu den dreißiger Jahren.

Fünf der sechs europaweit noch flugfähigen Junkers Ju 52 haben das Fliegertreffen eröffnet. Leider konnte die in Luftwaffentarnung gehaltene F-AZJU der französischen Salis Collection in diesem Jahr nicht auf die Hahnweide kommen.

Eine der Schweizer Jus stand über das gesamte Wochenende für Rundflüge zur Verfügung und war auch duchweg ausgebucht, nachdem am Samstag die Maschine der Ju-Air mit einer Störung an einem Triebwerk abgereist war.

Im "Doppeldeckerbereich" der Veranstaltung muss schon seit Jahren eng geschachtelt werden, um all die angereisten Maschinen unterzubringen. Schade für die Fotografen unter den zehntausenden Besuchern, aber der Platz in der ersten Reihe ist auf der Hahnweide nun mal begrenzt.
Vor 20 Jahren bauten Mitglieder des http://www.osc-wasserkuppe.de/index.html die Udet Flamingo D-EOSC, um für ihre historischen Segelflugzeuge ein adäquates Schleppflugzeug zu haben. Im Gegensatz zum Original aus den zwanziger Jahren ist die Maschine nicht mit einem Siemens-Halske Sternmotor, sondern mit einem Lycoming O-320 Boxermotor ausgerüstet.

Gerhard Konle aus Ellwangen fliegt seine 2004 neu gebaute Bücker Jungmann jetzt mit dieser attraktiven ungarischen Bemalung. Die Jungmann war der mit Abstand am Häufigsten vertretene Doppeldecker des Oldtimermeetings.

1954 wurde die Jungmann D-EIWW von Walter Wimmer in spanischer Lizenz gefertigt. Sie trägt noch ihre originale Lackierung aus der Einsatzzeit bei der spanischen Luftwaffe. Dort wurden die Maschinen bis Ende der achtziger Jahre als Trainer eingesetzt. Nach ihrer Ausmusterung wurden sie zum Glück nicht verschrottet, sondern an Oldtimerliebhaber in ganz Europa abgegeben.

Ungleich seltener als die Jungmann ist die einsitzige Bücker 133 Jungmeister. Rainer Bernd aus Landshut hat die D-EIII erst kürzlich aus einem Nachlass erworben. Vorher war sie eingelagert und ist nicht von ihrem früheren Eigentümer viele Jahre nicht geflogen worden.

Zum täglichen Flugprogramm auf der Hahnweide gehören auch Formationsflüge. Diese fünf Bückereigentümer gingen am Sonntagmorgen gemeinsam in die Luft, bevor sie sich auf ihren Heimweg in alle Himmelsrichtungen verteilt haben.

Ralf Gaida's Bücker 181 Bestmann wurde 1944 in Schweden produziert und von ihm vor einigen Jahren gründlich restauriert. Jetzt fliegt sie in einer klassischen zivilen Lackierung aus den fünfziger Jahren.

In Ägypten wurde der Typ als Goumhouria 181 Mk.6 mit einem Continental Boxermotor noch bis in die neunziger Jahre produziert! Will Greenwoods G-TPWX flog bis vor einigen Jahren als D-EECW in Norddeutschland.

Die Stadt Böblingen hatte vor fast 30 Jahren die 1934 gebaute Klemm 25 D-EJOL erworben, um mit ihr das Andenken an die hier 1926 gegründeten Klemm Flugzeugwerke zu erhalten. Mitglieder der "Flugsportgruppe Hans Klemm" haben jetzt fast 5.000 Arbeitsstunden in die Restauration gesteckt. Im April dieses Jahres startete der bekannte Testpilot Klaus Plasa zum erneuten Erstflug mit diesem deutschen Klassiker.
Nachfolger der Klemm 25 war die verbesserte Klemm 35. Ab 1936 wurden mehr als 1300 Exemplare des Schulflugzeuges gebaut. Fast alle der noch rund zwei Dutzend erhaltenen Exemplare stammen aus schwedischer Lizenzproduktion. Gleich zwei Exemplare sind aus dem schwedischen Hatuna (bei Stockholm) von ihren Eigentümern zum Oldtimertreffen geflogen worden.

Das vordere Cockpit der SE-BGA von Hakan Wijkander ist derzeit abgedeckt. Vorher flog sie in einer deutschen Wintertarnung. Seit Kurzem fliegt in Schweden auch eine seltene Klemm 35 mit Kabinenhaube. Viele Infos zu diesem interessanten Typen finden Sie im gut geführten http://www.klemm-flieger-forum.de/was-war-wann-los/hahnweide-2013/

Brigitte Koch vom www.fliegendes-museum.de aus Großenhain baut mit ihrem Team den Fokker Dreidecker zusammen. Natürlich flog die DR.I aus Sachsen nicht auf die Hahnweide, sondern hat die fast 500 Kilometer auf dem Anhänger zurückgelegt.
Brigittes Bruder Thomas flog den wendigen Dreidecker gekonnt vor. Die Kochs sind seit vielen Jahren Stammgäste auf dem Oldtimertreffen. Neben fast 20 statischen Nachbauten ist die D-EFTJ der einzige derzeit fliegende Dreidecker in Deutschland. Mehrere flugfähige Reproduktionen sind allerdings im Bau.

Auch ein Nachbau - allerdings bis ins letzte Detail historisch korrekt - ist die Fokker D.VII von Mikael Carlson aus Schweden. Alleine der originale Mercedes D.III Motor des Jagdflugzeuges aus dem I.Weltkrieg ist wertvoller als so manch anderes Schätzchen auf der Hahnweide.

Nach dem Ende der Kampfhandlungen des I. Weltkrieges verlangten die Alliierten, dass sämtliche deutschen D.VII ausgeliefert werden.

Fokker nahm in Holland die Produktion wieder auf und lieferte die letzten Exemplare der D.VII noch 1928 an die Schweizer Flugwaffe.

Mikael flog mit der mächtigen Maschine eine beeindruckende Vorstellung. Es ist kaum zu glauben, dass zwischen dem ersten Hüpfer der Gebrüder Wright und diesem Flugzeug lediglich 15 Jahre liegen!
DAS war ein Hahnweidemoment für die Geschichtsbücher: Mikael Carlson mit seiner Fokker D.VII gemeinsam mit Thomas Koch im Dreidecker und im Hintergrund die Burg Teck!

Mikaels zweite Maschine war eine Bleriot XI. Er besitzt davon gleich zwei Exemplare ? ein Glück für die Veranstalter des Oldtimertreffens. Die Schwestermaschine wurde eine Woche vorher bei der Flugschau im schweizerischen Dittingen nach einem Startabbruch beschädigt.

Infos zu dieser beeindruckenden Sammlung finden Sie hier www.aerodrome.se

1932 wurde die de Havilland DH-84 Dragon entwickelt. Mit ihr konnten sechs Passagiere auf einer Strecke von 800 Kilometern transportiert werden. In Großbritannien endete die Produktion nach 115 Exemplaren zu Gunsten der größeren DH-89 Dragon-Rapide. Weitere 87 Dragons wurden später noch von de Havilland Australia für die RAAF erbaut. Heute ist die Dragon eine echte Rarität. Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus setzt die EI-ABI als Traditionsflugzeug ein.

Bereits 1934 startete die vergrößerte DH-89 Dragon-Rapide zu ihrem Erstflug. Bis 1946 wurden mehr als 700 Exemplare gebaut und weltweit militärisch und zivil eingesetzt.

Noch immer existieren etwa 50 Stück dieses britischen Klassikers. Das Fliegende Museum in Großenhain ist stolzer Besitzer eines der letzten fliegenden Exemplare und setzt die D-ILIT regelmäßig für Rundflüge ein.

Eine echte Rarität außerhalb Englands ist die in Dänemark beheimatete Auster Mk.V TW477 (OY-EFI). Während des II.Weltkrieges wurden rund 1600 Exemplare als Verbindungsflugzeug gebaut.

Entwickelt wurde der Typ aus der amerikanischen Taylorcraft B, die wiederum von der Taylor Cub aus dem Jahr 1930 abstammt?.
?.und eben diese relativ unbekannte Taylor Cub war auch der Urvater der weltberühmten Piper Cub Flugzeugfamilie. Mehr als 40.000 Exemplare wurden über die Jahrzehnte gebaut und machten sie zu einem der bekanntesten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte. Auch auf der Hahnweide bildeten die Cub & Super Cub mit mehr als 30 angereisten Exemplaren das größte Teilnehmerfeld.

Kaum zu glauben, aber auch von der Heute ziemlich unbekannten Polikarpow Po-2 wurden in der ehemaligen Sowjetunion zwischen 1928 und 1954 rund 40.000 Exemplare gebaut. Einige der wenigen erhaltenen Exemplare wurden in den letzten Jahren von Enthusiasten wieder aufgebaut. Die HA-PAO gehört dem ungarischen Piloten Tamas Rohacs.

In Deutschland gibt es derzeit drei Exemplare der Po-2 aus polnischer Nachkriegsproduktion.

Die www.antique-aeroflyers.de aus Mengen gaben mit ihren Klassikern vor zwei Jahren ihr Debut auf der Hahnweide. Mittlerweile sieht man die Oldtimerenthusiasten häufiger auf Veranstaltungen in Süddeutschland und der Schweiz. Besonders angetan haben es den Mitgliedern amerikanische Sportflugzeuge aus den zwanziger und dreißiger Jahren, die in Europa echte Raritäten sind.

Die elegante Ryan ST wurde in den dreißiger Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelt und sowohl als ziviles Sportflugzeug als auch (in erster Linie in der Sternmotorversion PT-22) als Militärtrainer eingesetzt.

Günther Kälberers STA Special NC17360 wurde 1937 gebaut und ist eines der wenigen in Europa betriebenen Exemplaren.
Noch wesentlich seltener in Europa ist die Curtiss Robin aus dem Jahr 1929. Von ihr wurden in zahlreichen Untervarianten 769 Exemplare gebaut. Noch immer sind in den Vereinigten Staaten etwa 40 Robins zugelassen, die Zahl der tatsächlich noch betriebenen dürfte aber weit darunter liegen.
Der wohl bekannteste amerikanische Doppeldecker ist die Stearman Kaydet. Zehntausende Piloten erlernten während des II. Weltkrieges in ihr das Fliegerhandwerk. Tausende Kaydets wurden nach ihrer militärischen Ausmusterung zivil zugelassen und als Sportflugzeug eingesetzt. Mit mittlerweile rund 40 Exemplaren ist der recht große Doppeldecker auch bei deutschen Oldtimerfreunden in den letzten Jahren sehr beliebt geworden.
Andreas Bucher aus Braunschweig betreibt die derzeit einzige in Deutschland befindliche Beech 17 Staggerwing. Der elegante Doppeldecker gehörte Anfang der dreißiger Jahre besonders dank des neuartigen Einziehfahrwerks zu den schnellsten Reiseflugzeugen überhaupt.
Zwischen 1933 und 1941 wurden 1371 Stinson Reliant in Dayton/Ohio gebaut. Neben dem zivilen Markt fand der Typ auch bei zahlreichen Luftwaffen in aller Welt als Verbindungsflugzeug Verwendung. Die N18442 ist in Pattonville beheimatet.
Seit 1997 ist Marwig Herzog stolzer Besitzer dieser Waco YKS-6, einer 1936 gebauten Ambulanzversion des amerikanischen Klassikers. Sie hat ihre Heimat in der Flugwerft des Deutschen Museums in München/Oberschleißheim gefunden.
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