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Classic Fighters Marlborough 2005

Omaka Aerodrome, Blenheim, Neuseeland

- ein Bericht von Stefan Schmoll und Hartmut Seidel -

 

 

CF_NZ_2005.jpg (38036 Byte)
Airco Unter den Alliierten Flugzeugen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, welche im Flugprogramm der Classic Fighters Airshow 2005 zu sehen waren, befanden sich auch die Replicas von zwei Maschinen, die von dem berühmten britischen Flugzeugkonstrukteur Geoffrey de Havilland während seiner Tätigkeit für die Firma Aircraft Manufacturing Company ( = "Airco" ) konstruiert wurden. Es handelt sich hierbei um die Airco DH-2 und die Airco DH-5.
Bristol Fighter Bei dem Bristol Fighter F2b handelt es sich um ein zweisitziges Jagdflugzeug, welches ab dem Jahre 1917 in den Fronteinsatz kam. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Einführungsphase erwiesen sich die Bristol Fighter F2b als ausserordentlich gute und leistungsfähige Maschinen und wurden so erfolgreich im Kampf eingesetzt, daß die Produktion dieses Flugzeugtyps nach dem Ende des Ersten Weltkriegs sogar noch jahrelang weitergeführt wurde. Bei der britischen Royal Air Force wurden die letzten Bristol Fighter erst 1932 ausgemustert !
Airco In der Anfangszeit des Ersten Weltkriegs hatte man in Großbritannien noch keine synchronisierten Maschinengewehre, mit denen man durch den Propellerkreis eines Flugzeuges hindurchschießen kann. Deswegen wählte Geoffrey de Havilland für das von ihm konstruierte Jagdflugzeug Airco DH-2 die Auslegung mit einem hinten angebrachten Motor mit Druckpropeller, damit der im Bug sitzende Pilot mit seinem dort befestigten Maschinengewehr ein freies Schussfeld nach vorne hat.
Bristol Fighter Dieses Foto zeigt gut die für ein Jagdflugzeug ungewöhnliche zweisitzige Auslegung des Bristol Fighters. Hinter dem Piloten befand sich ein Bordschütze, der ein nach hinten gerichtetes drehbares Maschinengewehr bedient hat. Der Bristol Fighter F2b war ausserdem noch mit einem starr nach vorne gerichteten synchronisierten "Vickers"-Maschinengewehr ausgestattet und konnte für Jagdbombereinsätze auch mit bis zu zwölf 9-Kilogramm-Bomben unter den Tragflächen bewaffnet werden.
Airco Der Prototyp der Airco DH-2 Originalmaschinen startete im Jahre 1915 zum Erstflug. Es wurden insgesamt 400 Maschinen gebaut und vor allem im Jahre 1916 an der Westfront sehr erfolgreich eingesetzt. Das Airco DH-2 Replica hier wurde in den USA gebaut und befindet sich seit dem Jahre 2002 in Neuseeland.
Bristol Fighter Von dem Flugzeugtyp Bristol Fighter F2b, Spitzname "Brisfit", wurden mehrere tausend Maschinen gebaut. Bei dem im Flugprogramm der Classic Fighters Airshow 2005 gezeigten Bristol Fighter F2b handelt es sich um ein in den USA angefertigtes maßstabgetreues Replica, welches nach siebenjähriger Arbeit im Jahre 1993 zum ersten Mal geflogen wurde. Seit 2001 befindet sich dieses Replica in Neuseeland. Das Flugzeug gehört zur Omaka Fighter Collection.
Airco Nachdem man auch auf britischer Seite synchronisierte Maschinengewehre eingeführt hatte, entwickelte Geoffrey de Havilland im Jahre 1916 die Airco DH-5 als Nachfolgemodell für die Airco DH-2. Wegen der Verwendung eines durch die drehenden Propellerblätter schießenden synchronisierten Maschinengewehrs konnte die Airco DH-5 wieder in der herkömmlichen Bauart konstruiert werden, also mit einem vorne angebrachten Motor mit Zugpropeller. Da allerdings bei dieser Bauweise eines Doppeldeckers die Sicht des Piloten normalerweise stark eingeschränkt ist, wurden bei der Airco DH-5 die oberen Tragflächen weit nach hinten versetzt, um dem Piloten eine bessere Sicht nach vorne und zu den Seiten hin zu ermöglichen.
Nieuport Ein weiterer interessanter Nachbau eines alliierten Jagdflugzeugs aus dem Ersten Weltkrieg ist dieses Replica einer französischen Nieuport 24. Bedauerlicherweise konnte man die Maschine nur am Boden bewundern, denn bedingt durch ein technisches Problem konnte die Nieuport 24 leider nicht am Flugprogramm der Classic Fighters Airshow 2005 teilnehmen.
Airco In den Jahren 1916 und 1917 wurden insgesamt etwa 550 Maschinen vom Typ Airco DH-5 gebaut. Soweit bekannt ist von diesem Flugzeugtyp kein Originalexemplar erhalten geblieben. Das Airco DH-5 Replica wurde während der Classic Fighters Airshow 2005 von Stuart Tantrum geflogen, der auch den in Teil 1 dieses Berichts zu sehenden Nachbau des deutschen Jagdflugzeugs vom Typ Pfalz D. III im Flug gezeigt hat.
Nieuport Die Originalflugzeuge vom Typ Nieuport 24 hatten als Antrieb einen 120 PS starken "Le Rhône"-Umlaufmotor. Das Nieuport 24 Replica ist mit einem 165 PS starken "Warner Scarab"-Sternmotor ausgestattet.
Sopwith Camel Eines der berühmtesten britischen Jagdflugzeuge des Ersten Weltkriegs ist die Sopwith Camel. Dieses Replica einer Sopwith Camel gehört dem neuseeländischen "Herr der Ringe"-Filmregisseur Peter Jackson. Die Maschine hat den Anstrich einer Sopwith Camel, die im Ersten Weltkrieg von dem in Blenheim geborenen neuseeländischen Jagdflieger Clive Collett geflogen wurde, der insgesamt 12 Luftsiege erreicht hat. Angetrieben wird der Sopwith Camel Nachbau von einem 160 PS starken original "Gnome"-Umlaufmotor aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Dieser Gnome-Motor ist der älteste noch in Betrieb befindliche Flugzeugmotor in ganz Neuseeland !
Angriff Zu den Hauptprogrammpunkten der Classic Fighters Airshows auf dem Omaka Aerodrome gehören jeweils große Gefechtsvorführungen, bei denen Bodenkämpfe aus der Zeit des Ersten und des Zweiten Weltkriegs nachgestellt werden. Hierbei kommen jeweils eine Vielzahl von Darstellern zum Einsatz, die bei den nachgestellten Kämpfen in originalgetreuen Uniformen und unterstützt durch eine Vielzahl von historischen Waffen und Fahrzeugen die Rollen von deutschen und alliierten Soldaten übernehmen. Zum jeweiligen Scenario passend fliegen dann die Replicas aus dem Ersten Weltkrieg oder die Warbirds aus dem Zweiten Weltkrieg Erdkampfeinsätze. Diese actionreichen "Reenactments" werden auch mit viel Pyrotechnik untermalt und machen einen ganz besonderen Reiz der Classic Fighters Airshows aus ! Hier fliegen gerade die Fokker Dreidecker Replicas einen Angriff im Rahmen des "Great War Scenarios".
Sopwith Camel Während der Classic Fighters Airshow 2005 wurde das Sopwith Camel Replica von dem amerikanischen Piloten Gene de Marco geflogen, der vermutlich vielen Leuten auch schon durch seine Tätigkeit für das berühmte Old Rhinebeck Museum im U.S. Bundesstaat New York bekannt geworden ist, welches auf dem dortigen Old Rhinebeck Aerodrome regelmäßig Airshows mit Luftkampfdemonstrationen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs veranstaltet.
Deutsche Artillerie Während des Great War Scenarios bei der Classic Fighters Airshow 2005 wurde ein Gefecht aus dem Ersten Weltkrieg nachgestellt, welches nicht nur speziell den Veranstaltungs-Themenschwerpunkt Frankreich behandelte, sondern außerdem auch noch eine besondere Bedeutung für Neuseeland hat : Die Eroberung der von deutschen Truppen besetzten französischen Stadt Le Quesnoy durch Neuseeländische Infanterie am 4. November 1918 ( eine Woche vor dem Ende des Ersten Weltkriegs ). Hier feuert gerade die deutsche Artillerie zur Verteidigung.
Dogfight Im Flugprogramm der Classic Fighters Airshow 2005 wurde von Gene de Marco mit dem Nachbau der Sopwith Camel und John Lanham mit einem Fokker Dreidecker Replica auch der berühmte Luftkampf zwischen Manfred von Richthofen und dem kanadischen Jagdflieger Roy Brown nachgespielt, in dessen Verlauf Manfred von Richthofen am 21. April 1918 in Frankreich tödlich abgeschossen wurde. Airshow-Kommentator Gordon Bowman-Jones erklärte bei seinen Erläuterungen zu dieser Vorführung ausführlich die Tatsache, daß Manfred von Richthofen während dieses Luftkampfes damals aber mit ziemlicher Sicherheit nicht von Roy Brown selbst abgeschossen worden ist, sondern sehr wahrscheinlich durch das Abwehrfeuer australischer Truppen vom Boden aus tödlich getroffen wurde.
Panzer Gefecht Im Rahmen des Great War Scenarios gehen hier neuseeländische und französische Soldaten im Schutze eines britischen "Mark IV" Panzers gegen die deutschen Stellungen vor. Im englischen Sprachraum wurde der Erste Weltkrieg in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg als der "Great War", ( = "der große Krieg" ) bezeichnet. Da nach dem Ersten Weltkrieg ja noch niemand wusste das es auch noch einen Zweiten geben würde, war zur damaligen Zeit eine "Durchnummerierung" der großen Kriege noch nicht möglich.
Fokker Während des nachgestellten Luftkampfes Roy Brown gegen Manfred von Richthofen trug der Fokker Dreidecker-Pilot John Lanham einen langen weißen Schal, welcher ihm beim Piloten-Briefing vor dem Beginn des Flugprogramms von den Airshow-Organisatoren überreicht worden ist. Es soll sich hierbei um den Original-Schal handeln, den Manfred von Richthofen bei seinem letzten Flug am 21. April 1918 getragen hat ! Der Schal gehört dem "Herr der Ringe"-Filmregisseur Peter Jackson, der ihn für seine Sammlung von Originalgegenständen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs auf einer Auktion erworben hat.
Panzer Britische Mark IV Panzer kamen während des Ersten Weltkriegs in den Jahren 1917 und 1918 in großer Zahl zum Einsatz. Der beim Great War Scenario während der Classic Fighters Airshow 2005 gezeigte Mark IV ist ein ausserordentlich originalgetreues Replica eines solchen Panzers. Das Replica wurde von den Weta Workshops gebaut, einer Firma, die Spezialeffekte und Bauten für die Filmindustrie liefert und zu deren Besitzern auch Peter Jackson gehört.
Fokker Nachdem Manfred von Richthofen während des berühmten Gefechts am 21. April 1918 im Tiefflug von einem Geschoß getroffen worden war, gelang es ihm noch seinen komplett rot angestrichenen Fokker Dreidecker mit der Nummer "425/17" in der Nähe des Dorfes Vaux-sur-Somme zu landen, wo er dann aber leider im Cockpit seiner Maschine an der Schussverletzung starb. Beim Nachstellen dieser Szene während der Classic Fighters Airshow 2005 musste man hierfür allerdings in Ermangelung eines komplett rot angestrichenen Fokker Replicas den Fokker Dreidecker Nachbau mit der Nummer "152/17" nehmen. Diese Maschine hat den Anstrich eines anderen Fokker Dreideckers, welcher auch von Manfred von Richthofen geflogen wurde.
Publikum Die Classic Fighters Airshow 2005 war ein wohlverdienter Erfolg : Trotz überwiegend schlechten Wetters kamen über 20.000 Zuschauer zum Omaka Aerodrome nach Blenheim. Diese Zahl wird noch eindrucksvoller wenn man bedenkt, daß Neuseeland nur sehr dünn besiedelt ist und daher viele Besucher der Airshow eine sehr weite Anreise nach Blenheim zurückzulegen hatten. Bei besserem Wetter wäre die Besucherzahl bestimmt noch deutlich höher gewesen ( den strahlend blauen Himmel, den man auf einigen unserer Fotos sehen kann, gab es jeweils nur am frühen Morgen, und dann leider auch nur für kurze Zeit ).

Hier geht's weiter zu >>>Teil 3

 

 

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