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Berlin Air Show 2008

- von Stefan Schmoll, Torsten Mörke, Hartmut Seidel -

Die in Teil 2 unseres Berichts über die ILA 2008 bereits beschriebene umfangreiche Einsatzdemonstration "Evakuierung deutscher Zivilisten aus einem Kriesengebiet" endete wie gesagt jeweils mit dem Abtransport der Zivilisten durch ein Transall C-160 Transportflugzeug der deutschen Luftwaffe. Die Transall wurde hierbei durch die bereits in Teil 2 gezeigten Jagdflugzeuge vom Typ Eurofighter Typhoon gegen Angriffe aus der Luft geschützt. Ausserdem wurde die Transall durch zwei Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D gegen Angriffe von feindlichen Bodentruppen gedeckt. Die beiden Bell UH-1D sind hierzu mit seitlich an der Kabine befestigten Maschinengewehren bewaffnet. Die MG's sind beweglich, der MG-Schütze sitzt seitlich in der Kabine.
Im Flugprogramm der ILA 2008 waren auch die Heeresflieger der deutschen Bundeswehr wieder mit mehreren sehr guten Flugvorführungen vertreten. Neben Solo Displays mit Hubschraubern wie zum Beispiel diesem Sikorsky CH-53 haben die Heeresflieger der Bundeswehr im Rahmen der Vorführung "Luftbeweglichkeit und Mobilität der Heereseinsatzkräfte" auch an mehreren Tagen eine große Luftlandedemonstration gezeigt, an der nicht weniger als 10 Hubschrauber vom Typ CH-53 beteiligt waren !

An den drei Publikumstagen der ILA 2008, Freitag bis Sonntag 30. Mai bis 1. Juni, wurde den in großer Zahl erschienen Zuschauern bei hervorragendem Wetter ein jeweils etwa 7 Stunden langes Flugprogramm der absoluten Spitzenklasse geboten, an dem sich oftmals ein Highlight direkt an das andere gereiht hat. Während zum Beispiel hier im Bild die Transall C-160 der deutschen Luftwaffe gerade mit dem an Bord nehmen der Zivilisten und dem anschließenden Start die Evakuierungsvorführung abschließt, ist mit diesem Hubschrauber vom Typ HAL Dhruv der indischen Armee im Vordergrund bereits einer der vielen internationalen Teilnehmer der ILA 2008 gestartet.

Während der Vorführung "Luftbeweglichkeit und Mobilität der Heereseinsatzkräfte" waren bis zu 18 Hubschrauber der deutschen Heeresflieger gleichzeitig in der Luft ! Hierzu gehörten auch mehrere Kampfhubschrauber vom Typ Eurocopter Tiger, die zum Begleitschutz der bei der Luftlandedemonstration eingesetzten Transporthubschrauber und zur Bekämpfung feindlicher Bodentruppen in der Landezone verwendet wurden.

Der Mehrzweckhubschrauber ( beziehungsweise "ALH", = Advanced Light Helicopter ) Dhruv ist eine Eigenentwicklung des indischen Konzerns Hindustan Aeronautics Limited ( HAL ). Die Serienproduktion des Hubschraubertyps Dhruv hat in den Jahren 2000 / 2001 begonnen. In der Ausführung für den Personentransport bietet der Dhruv in enger Bestuhlung Platz für bis zu 14 Passagiere ( = 16 Personen mit der Cockpitbesatzung ).

Das Absetzen der Truppen im Rahmen der Luftlandedemonstration der deutschen Heeresflieger im Flugprogramm der ILA 2008 fand in zwei Wellen statt. Hier verlassen gerade mit der ersten Welle gelandete Infanteristen einen Transporthubschrauber vom Typ Sikorsky CH-53. Es handelt sich hierbei um einen CH-53 der kampfwertgesteigerten Version "GS", der zur Reichweitenerhöhung mit an den seitlichen Radkästen angebrachten Zusatztanks ausgerüstet ist. Im Innern der markanten seitlichen Radkästen befinden sich übrigens zusätzlich zum Fahrwerk auch noch die Hauptkraftstoffttanks des CH-53.
Neben dem einzelnen Dhruv-Hubschrauber mit dem indischen "ARMY"-Anstrich war im Flugprogramm der ILA 2008 auch das Sarang Helicopter Display Team der indischen Luftstreitkräfte zu sehen, welches eindrucksvolle Formations-Flugvorführungen mit insgesamt vier Hubschraubern vom Typ HAL Dhruv gezeigt hat. Weitere Fotos des Sarang-Teams mit Erläuterung des im nächsten Foto unten gut zu sehenden farbenfrohen Pfauen-Anstrichs der Hubschrauber finden sie in unserer Rubrik "Nose-Art" ( http://www.airventure.de/nose-art.htm )

Ebenfalls mit der ersten Welle von CH-53 Hubschraubern wurden zur Erhöhung der Feuerkraft der abgesetzten Soldaten auch Luftlandepanzer vom Typ "Wiesel" als Innenlast herantransportiert, die mit einer 20 mm Maschinenkanone bewaffnet sind.

Indien war das offizielle Partnerland der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA 2008 in Berlin und die Halle 11 auf dem ILA-Gelände war speziell für die indischen Aussteller - zu denen natürlich auch der Dhruv-Hersteller Hindustan Aeronautics Limited gehörte - als "India Pavillon" hergerichtet worden. Über Nacht wurden die Dhruv-Hubschrauber jeweils vor dem India Pavillon geparkt.

Zum Schutz der abgesetzten Luftlandetruppen vor eventuellen feindlichen Luftangriffen war mit der ersten Welle der CH-53 Hubschrauber auch dieser FlaRakWaTrg ( = Flugabwehrraketenwaffenträger ) OZELOT herangebracht worden, der mit einem 4-fach Starter für Flugabwehrraketen ausgerüstet ist.

Flugvorführungen mit einem schweren Transporthubschrauber vom Typ Boeing Vertol CH-47 Chinook sind in Deutschland eine absolute Seltenheit. Besonders für die Hubschrauberfans gehörten daher die Vorführungen des Chinook Display Teams der britischen Royal Air Force zu den besonderen Highlights im Flugprogramm der ILA 2008.
Zu den während der Luftlandedemonstration der Heeresflieger der Bundeswehr im Flugprogramm der ILA 2008 eingesetzten Hubschraubern gehörte auch dieser MBB Bo 105.
Der im Flugprogramm der ILA 2008 gezeigte CH-47 Chinook Hubschrauber gehört zur No 18 Squadron der Royal Air Force und hat seine Heimatbasis auf dem RAF Stützpunkt Odiham in der englischen Grafschaft Hampshire. Die Besatzung des Chinook Display Teams wird von der No 18 Squadron zusammen mit der ebenfalls in Odiham stationierten No 27 Squadron gestellt. Der Chinook war im Rahmen des Jubiläums "60 Jahre Luftbrücke" in Berlin, denn die No 18 Squadron und die No 27 Squadron waren 1948 mit Douglas C-47 Dakota Transportflugzeugen ausgerüstet und wurden damals mit ihren Maschinen bei der Berliner Luftbrücke eingesetzt.
Nachdem durch die erste Welle der Luftlandetruppen die Landezone gesichert worden war, wurde mit der zweiten Welle der Transporthubschrauber Verstärkung herangebracht. Zur Erhöhung der Mobilität der gelandeten Truppen wurden hierbei durch mehrere Sikorsky CH-53 Hubschrauber Mannschaftstransportwagen vom Typ "Mungo" als Aussenlast herantransportiert.
Der Chinook-Hubschrauber verblüffte die Zuschauer der ILA 2008 mit Flugmanövern wie zum Beispiel diesem regelrechten "Kopfstand", die man von einem Transporthubschrauber mit über 10 Tonnen Leergewicht und Tandemrotoren von jeweils über 18 Meter Durchmesser gar nicht erwarten würde.
An der Luftlandedemonstration der Heeresflieger im Flugprogramm der ILA 2008 waren auch zwei Hubschrauber vom Typ NH Industries NH 90 beteiligt, die gerade bei der deutschen Bundeswehr neu eingeführt werden. Einer der NH 90 Hubschrauber des Heeres diente hierbei zur Leitung der Luftlandeoperation als fliegende Operationszentrale über dem Gefechtsfeld.
Ein weiterer sehr willkommener ausländischer Teilnehmer am Flugprogramm der ILA 2008 war dieser Kampfhubschrauber vom russischen Typ Mil Mi-24 ( NATO-Codename "Hind" ) der ungarischen Luftstreitkräfte.
Nach dem Ende der eigentlichen Luftlandedemonstration wurde zum Abschluß der Vorführung "Luftbeweglichkeit und Mobilität der Heereseinsatzkräfte" noch das Abseilen von Soldaten aus zwei Hubschraubern vom Typ Bell UH-1D vorgeführt. Die hier auf den Kufen des Hubschraubers stehenden Soldaten werden gleich ein gesichertes Abseilsystem anwenden, bei dem sich jeder von ihnen an einem eigenen Seil herunterlässt.
Wenn das schwenkbare vierläufige 12,7 mm Maschinengewehr im Kinnturm unter dem Bug des Mil Mi-24 nicht gerade im Kampfeinsatz verwendet wird, kann man auch eine Tasche daran aufhängen, wie man sieht !

Das Abseilen der Soldaten aus dem zweiten Bell UH-1D erfolgte im "Fast-Roping"-Verfahren, bei dem sich die Soldaten ohne weitere Sicherung nacheinander an einem dicken Seil herunterlassen, welches an der Winde des Hubschraubers eingehängt ist.

Weitere Fotos des Mil Mi-24 "Hind" Kampfhubschraubers der ungarischen Luftstreitkräfte bei der ILA 2008 in Berlin, sowie nähere Erläuterungen zu dem eindrucksvollen "Golden Hind" Sonderanstrich auf dem Mi-24 finden Sie in unserer Rubrik "Nose-Art" ( http://www.airventure.de/nose-art.htm ).

Das Absetzen der Soldaten mit dem gesicherten Abseilsystem ( Hubschrauber im Hintergrund ) und im "Fast-Roping"-Verfahren ( Hubschrauber im Vordergrund ) fand gleichzeitig aus einer Höhe von etwa 20 Metern statt.

Mit diesem von dem Piloten Rainer Wilke gesteuerten Messerschmitt-Bölkow-Blohm Bo 105 aus der "Flying Bulls"-Flotte der österreichischen Firma Red Bull war auch ein zivil betriebener Hubschrauber im Flugprogramm der ILA 2008 zu sehen.

Zusätzlich zu den beiden NH 90 Hubschraubern, die bei der Vorführung "Luftbeweglichkeit und Mobilität der Heereseinsatzkräfte" im Rahmen der Luftlandedemonstration gezeigt worden sind, gab es im Flugprogramm der ILA 2008 auch Solo-Displays mit einem Taktischen Transport Hubschrauber ( = TTH ) vom Typ NH 90 der deutschen Luftwaffe zu sehen.

Hier geht's weiter zu >>>Teil 4
 

 

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