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Australian International Airshow 2005

- ein Bericht von Hartmut Seidel und Stefan Schmoll -

Vom 15. - 20. März fand auf dem Avalon Airport südlich von Melbourne die Australian International Airshow 2005 statt. Im Gegensatz zu den regelmäßigen Luftfahrtmessen in Europa bieten die Australier eine wesentlich spektakulärere Airshow, wovon Sie sich in dem nachfolgenden mehrteiligen Bericht überzeugen können. Besonders die für das allgemeine Publikum zugänglichen Showtage Freitag bis Sonntag waren gespickt von Höhepunkten, die man so sonst Nirgends erleben kann.

Für AirVenture.de waren Hartmut Seidel und Stefan Schmoll vor Ort.

Weitere Informationen zur Show gibt es unter www.airshow.net.au

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Jurgis Kairys Im sehr vielseitigen Flugprogramm konnte man zusätzlich zu den vielen actionreichen Flugvorführungen mit Militärflugzeugen auch wieder einige atemberaubende Kunstflugvorführungen mit zivilen Hochleistungs- Kunstflugmaschinen bewundern. Ganz besonders beeindruckend waren hierbei die Kunstflugvorführungen von Jurgis Kairys aus Litauen mit seiner Suchoi Su-31. Jurgis Kairys war in den Jahren 1990 und 1994 Freestyle World Aerobatic Champion und hat auch ansonsten bereits eine beträchtliche Zahl von Siegen bei internationalen Kunstflugwettbewerben errungen. Während der Australian International Airshow 2005 hat er nun zum ersten Mal sein Können auch bei einer Flugshow in Australien gezeigt. Jurgis Kairys untermalt seine Flugvorführungen mit weißem Rauch, welcher durch das Einspritzen von Dieselkraftstoff in die heißen Triebwerksabgase erzeugt wird.
Airvan Der auf dem Latrobe Regional Airport in Victoria ansässige Australische Flugzeughersteller Gippsland Aeronautics war mit einem großen Stand im Static Display der Australian International Airshow 2005 vertreten. Die Firma stellte dort das von ihr entwickelte einmotorige Mehrzweckflugzeug GA-8 Airvan vor. Es handelt sich hierbei um ein robustes und vielseitig einsetzbares "Buschflugzeug" für 8 Personen. Um mehr Gepäck zuladen zu können, kann unter dem Rumpf der Airvan ein "Cargo Pod" mit einer Nutzlastkapazität von 200 Kg angebracht werden.
Edge 540 Absolut hervorragende Kunstflugvorführungen zeigte auch Pip Borrman mit seiner Hochleistungskunstflugmaschine vom Typ Zivko Edge 540. Pip Borrman hatte sich dieses Flugzeug vor einigen Jahren vom Herstellerwerk Zivko Aeronautics aus den USA als Bausatz liefern lassen. Anschließend hat er die Maschine über einen Zeitraum von 12 Monaten selbst zusammengebaut. Seine Maschine ist zur Zeit die einzige Edge 540 in ganz Australien.
Airvan Die Australische Gippsland Aeronautics GA-8 Airvan verkauft sich sehr gut ! Mit diesem Flugzeugtyp wurden auch schon beträchtliche Exporterfolge erzielt, wofür die Firma Gippsland Aeronautics im Jahre 2004 mit dem Titel "Victorian Regional Exporter of the Year" ausgezeichnet wurde. Der größte Exportauftrag für die Gippsland Aeronautics GA-8 Airvan ist bisher eine Bestellung von 16 Maschinen für die USAF Auxiliary Civil Air Patrol. Diese Organisation ist ein Teil der U.S. Air Force, wird aber von zivilen Freiwilligen gebildet. Die Civil Air Patrol führt innerhalb der USA zum Beispiel Such- und Rettungsflüge, Verbindungsflüge und auch Überwachungsflüge für die Homeland Security durch.
UL Wingwalking Kaum zu glauben, aber wahr : Während der Australian International Airshow 2005 zeigte der amerikanische Pilot Bob Essell mit Jenny Forsythe als "Lady on the Wings", daß Wingwalker-Vorführungen auch mit einem Ultraleichtflugzeug möglich sind ! Bei dem UL handelt es sich um eine Maschine vom Typ Quicksilver MXL II Sport.
PAC 750 XL Ebenfalls von Anfang an ein großer Erfolg ist die in Neuseeland entwickelte und gebaute Pacific Aerospace Corporation PAC 750 XL. Bei der Maschine handelt es sich um ein vielseitiges Mehrzweckflugzeug für einen Piloten und bis zu 9 Passagiere. Bei Absetzflügen für Fallschirmspringer können nach Ausbau der Sitze bis zu 17 Springer mitgenommen werden ! Die PAC 750 XL ist mit einem 750 PS starken Pratt & Whitney PT6A-34 Turboproptriebwerk ausgestattet. Für diesen neuen Flugzeugtyp liegen bereits 260 ( ! ) Bestellungen vor.
Dan Buchanan Dan Buchanan aus den USA zeigte sehr interessante Flugvorführungen mit einem "Hang Glider" ( im deutschen Sprachraum besser als "Drachenflieger" bekannt ). Um von einem ebenen Airshowgelände aus starten zu können, nutzt Dan Buchanan diesen Anhänger hier als Startplattform. Der Anhänger wird hinter einem Auto hergezogen, bis durch den Fahrtwind der nötige Auftrieb zum Abheben des Hang Gliders erreicht ist. Dan Buchanan ist übrigens infolge eines Motorradunfalls seit dem Jahre 1981 querschnittsgelähmt und auf dem Boden auf einen Rollstuhl angewiesen. Das Motto von Dan Buchanan lautet : "Ich muß fliegen, da ich nicht laufen kann".
CASA Aviocar Dieses Transportflugzeug vom in Spanien gebauten Typ CASA C-212 Aviocar gehört der Australischen Firma Skytraders in Sydney. Skytraders besitzt zwei Maschinen dieses Typs, die von der "Australian Antarctic Division" ( der Antarktis-Abteilung des Australischen Umweltministeriums ) für mehrere Monate im Jahr gecharterd werden, um Versorgungs- und Verbindungsflüge zwischen den drei Australischen Forschungsstationen in der Antarktis und auch den Antarktis-Stützpunkten anderer Nationen durchzuführen. Für Starts- und Landungen auf Schnee und Eis ist diese CASA Aviocar mit Kufen am Fahrwerk ausgerüstet. Für den alltäglichen Betrieb auf normalen Pisten können die Kufen hochgezogen und das starr angebrachte Radfahrwerk normal benutzt werden.
Dash 8 Australien ist flächenmäßig der sechstgrößte Staat der Erde und hat eine 37.000 Kilometer lange Küstenlinie ! Für den Schutz zum Beispiel vor Schmugglern und illegalen Einwanderern setzt der Australische Zoll ( = "Customs" ) zur Überwachung der Küste und der Hoheitsgewässer unter anderem auch fünf Flugzeuge vom hier zu sehenden Typ De Havilland Canada Dash 8 MPA ein ( MPA = Maritime Patrol Aircraft ). Die Maschinen sind für Patrouillenflüge bei Tag und Nacht ausgerüstet und verfügen über weitreichende Tageslicht- und Infrarotkameras. In dem Radom unter dem Rumpf befindet sich ein Raytheon SV-1022 Hochleistungs-Seeüberwachungsradar. Eine weitere wichtige Aufgabe für die Dash 8 MPA-Maschinen ist das Aufspüren von Umweltverschmutzern.
CASA Aviocar Bei den beiden CASA Aviocar der Firma Skytraders handelt es sich um die modernste Ausführung dieses Flugzeugtyps mit der genauen Bezeichnung CASA C-212-400. Die Flugzeuge dieser Version verfügen über ein modernes "Glass-Cockpit" mit elektronischen Bildschirmanzeigesystemen ( = Electronic Flight Instrument Systems, kurz "EFIS" ). Während der Zeit im Jahr, wo die beiden Maschinen nicht in der Antarktis im Einsatz sind, können die zwei CASA Aviocar von Skytraders auch von anderen Kunden für die unterschiedlichsten Transportaufgaben gecharterd werden.
Slepcev Storch Der "Slepcev Storch" ist ein Ultraleichtflugzeug und wird von der Firma Storch Aviation Australia Pty Ltd gebaut. Die Idee hierzu hatte der Australier Nestor Slepcev, der ein sehr kostengünstiges Beobachtungs- und Überwachungsflugzeug mit sehr guten STOL und Langsamflugeigenschaften bauen wollte, welches für solche Kunden interessant ist, die sich einen Hubschrauber für die Wahrnehmung solcher Aufgaben nicht leisten können. Nestor Slepcev hat sich zu seiner Idee von dem berühmten deutschen Flugzeug vom Typ Fieseler Storch inspirieren lassen, dessen hervorragende Flugeigenschaften heute noch legendär sind ! Der Slepcev Storch ist um etwa ein Viertel kleiner als der Fieseler Storch und verfügt über einen 100 PS starken Rotax 912 S Motor. Das UL kommt mit einer Start- und Landestrecke von etwa 10 bis 20 Metern aus ! Die Mindestfluggeschwindigkeit beträgt etwa 40 Stundenkilometer. Bei entsprechend starkem Gegenwind kann der Slepcev Storch fast in der Luft stehenbleiben !
Beech Premier Im ausserordentlich vielseitigen Static Display der Australian International Airshow 2005 wurden auch etliche Geschäftsreiseflugzeuge ausgestellt. Hier zu sehen ist eine Beechcraft Premier I. Der berühmte und traditionsreiche Flugzeughersteller Beech Aircraft Corporation ist seit dem 8. Februar 1980 ein Tochterunternehmen des amerikanischen Rüstungs- und Elektronikkonzerns Raytheon. Deswegen findet man für diesen Flugzeugtyp oftmals auch die Bezeichnung "Raytheon Premier I".
Iran AVA 202 Im Flugprogramm der Australian International Airshow 2005 sind während der "Trade Days" auch zwei Flugzeuge gezeigt worden, die von der Firma Aviation Industries of Iran gebaut werden. Zum einen handelte es sich dabei um dieses leichte zweisitzige Trainingsflugzeug vom Typ "AVA-202". Aviation Industries of Iran wurde im Jahre 1993 aufgestellt und gehört zur Organisation für den Ausbau und die Modernisierung der iranischen Industrie ( = Iran Industrial Development and Renovation Organization, kurz "I.D.R.O" ). Der Erstflug der AVA-202 hat im Jahre 1997 stattgefunden.
Grumman AA1B Diese Grumman AA1B im Static Display der Australian International Airshow 2005 gehört zur Flotte der Flugschule Tristar Aviation, die ihren Sitz auf dem etwa 20 Kilometer südöstlich von Melbourne gelegenen Moorabbin Airport hat. Die ursprüngliche Bezeichnung dieses Flugzeugtyps lautet übrigens American Aviation AA1B. Die American Aviation Corporation war aber im Jahre 1972 von der Firma Grumman übernommen worden, daher die neuere Bezeichnung Grumman AA1B.
Nasim Ebenfalls von der Firma Aviation Industries of Iran hergestellt wird dieses Segelflugzeug vom Typ "AVA-101". Der Erstflug dieses Flugzeugtyps fand im Jahre 1995 statt. Für die Flugvorführungen während der "Trade Days" der Australian International Airshow 2005 wurde die AVA-101 von einer Piper Pawnee im Schleppflug auf Ausgangshöhe gebracht.
Jumbo Jet Das größte Flugzeug im Static Display der Australian International Airshow 2005 war dieser Boeing 747-300 Jumbo Jet der Australischen Fluggesellschaft QANTAS. Der Jumbo war aber leider nur am letzten Tag der Airshow, Sonntag der 20. März, vor Ort.
Partenavia Wer wollte, konnte auch mit dem eigenen Flugzeug zur Australian International Airshow 2005 anreisen. Hier landet gerade eine Maschine vom italienischen Typ Partenavia P 68 Victor auf dem Avalon Airport.
Beech RFDS Nicht im Static Display gestanden hat diese Beechcraft Super King Air des weltberühmten Royal Flying Doctor Service of Australia. Mit der Maschine wurde am ersten Tag der Australian International Airshow 2005 ein Patient zum Avalon Airport gebracht, der dann von dort aus mit einem Krankenwagen weitertransportiert wurde.
PZL Wilga Unter der großen Zahl von interessanten Besucherflugzeugen im Static Display der Australian International Airshow 2005 befand sich auch diese Maschine vom polnischen Typ PZL Wilga. Die PZL Wilga verfügt über vier Sitze und ist mit einem 260 PS starken Iwtschenko AI-14 RA Sternmotor ausgerüstet.
Boeing 717 Die Boeing 717 ist die modernste Weiterentwicklung der bekannten McDonnell Douglas DC-9 bzw. MD-80 Serie. Die Maschine wurde eigentlich als McDonnell Douglas MD-95 entwickelt. Seit Boeing die Firma McDonnell Douglas übernommen hat, wird die MD-95 unter dem Namen Boeing 717 produziert. Diese Boeing 717 hier gehört der Australischen Fluggesellschaft Jetstar Airways, die vom Avalon Airport aus Linienflüge nach Sydney, Brisbane und Adelaide anbietet.
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