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Oldtimertreffen auf der Hahnweide

- von Damian Güttner und Stefan Schmoll -

Gerade Hierzulande - und besonders auf der Hahnweide bei der Fliegergruppe Wolf Hirth - sollten wir die Segelflugzeuge nicht vergessen. Nach dem ersten Weltkrieg war in Deutschland der Bau von Motorflugzeugen verboten. Und aus dieser Not machten unzählige begeisterte junge Flieger und Konstrukteure eine Tugend. Die besten lautlosen Flieger kamen - und kommen sicherlich noch immer - aus Deutschland.
Zögling In den Kindertagen des Segelfluges lernte man so das Fliegen: Der Sitz lag im Freien, die Fliegerkameraden zogen am Gummiseil, der `Fluglehrer´ schaute vom Boden aus zu und man sah einfach zu, daß man wieder heil unten angekommen ist. Passend waren auch die Namen der Schulgleiter. Die 1923 von Alexander Lippisch konstruierte Ur-Version wurde schnell `Hol´s der Teufel´ genannt. Der hier gezeigte Nachfolger aus Ungarn war ein `Zögling´.
DFS 108 Die Nazionalsozialisten haben sogar den Segelflugzeugbau gleichgeschaltet. Nach unzähligen Varianten des Zöglings wurde 1938 der Einheitstyp SG 38 (Schulgleiter) geschaffen. Unzählige Exemplare entstanden bis in die Fünfziger Jahre weltweit in den Hallen der Firmen und Fliegergruppen. Schätzungen gehen insgesamt von 5.000 Maschinen aus. Die D-8985 des Oldtimersegelflugvereins aus Grailing bei München ist die `Komfortversion´ des Schulgleiters. Um den Pilotensitz wurde ein `Boot´ konstruiert.
Habicht Der 1936 von Hans Jacobs als Kunstflugzeug für die Olympiade 1936 konstruierte Habicht ist für +12g / -9g ausgelegt. Aufgrund der beeindruckenden Daten und der Steifigkeit wurden die Flugzeuge sogar als Trainingsmaschine zum Raketenflugzeug Messerschmitt Me 163 genutzt. Hierzu hatte man Flügel mit nur 6 Metern und 8 Matern Spannweite gebaut. Passender Weise hieß das neue Flugzeug dann auch `Stummelhabicht´.
Condor Heini Dittmar konstruierte 1951 den Doppelsitzer Condor IV. In der Sonne kommen die mit Stoff bespannten Flügel und der rote Rumpf natürlich besonders gut zur Geltung. Die berühmteste Pilotin der D-5087 war sicherlich Hanna Reitsch.
Habicht Leider ist nur ein Originalexemplar des Seglers erhalten geblieben, und zwar im Musée de l`Air in Paris Le Bourget. Ein Nachbau ist im Segelflugmuseum der Wasserkuppe zu sehen. Die auf der Hahnweide vorgeführte Maschine wurde vor einigen Jahren von der Familie Zahn nachgebaut. Die Geschichte der D-1901 und viele weitere Informationen zum Habicht befinden sich auf der Homepage www.dfs-habicht.de
Slingsby T21 Zwischen all den deutschen Konstruktionen im Segelflugbereich der Hahnweide stach die Slingsby T21 doch sehr hervor. Das Flugzeug wurde viele Jahre bei den britischen Streitkräften zur Pilotenschulung eingesetzt. Diese Vergangenheit erklärt dann auch die Kokarden der RAF sowie die militärische Kennung auf dem Rumpf.
Grunau Baby II Im Gegensatz zu eleganten Hochleistungsseglern wie Minimoa, Habicht oder Kondor wurde bei dem Grunau Baby auf einfache und kostengünstige Bauweise Wert gelegt. Der Rumpf war nicht oval, sondern hatte ein Sechskantprofil und wurde mit Sperrholz beplankt. Das Baby war ein durchschlagender Erfolg. Von den verschiedenen Versionen wurden in mehreren Firmen sowie vor allem in den Vereinen selber geschätzte 5.000 Maschinen gebaut. Auch nach dem Krieg gehörte das Grunau Baby viele Jahre lang zur Grundausstattung vieler Fliegergruppen.
Slingsby T21 Es muß ein tolles Gefühl sein, NEBENEINANDER in einem offenen Cocpit über der Teck zu schweben. Martin Konermann und Wolfgang Kizler haben die seltene Maschine 1994 aus Großbritannien auf die Hahnweide geholt.
Lo100 Der würdige Nachfolger des Habicht wurde 1950 die von Alfred Vogt konstruierte Lo 100. 1954 wurde die D-0959 vom Luftsportclub Wuppertal gebaut. Die D-5793 kam 1956 bei Wolf Hirth im benachbarten Nabern/Teck aus der Werkshalle.
Bergfalke Der `Bergfalke´ ist eine Konstruktion von Egon Scheibe aus Dachau. Durch die Mitteldeckerkonstruktion hatte auch der hinten sitzende Fluglehrer eine gute Rundumsicht. Zwischen 1951 und 1969 wurden in verschiedenen Versionen mehrere Hundert Maschinen geliefert.
Lo100 Herbert Lehner und Ludwig Fuß sind seit Jahren mit ihren Lo 100 auf Flugtagen unterwegs und zeigen auf beeindruckende Weise, daß Kunstflug in Formation nicht immer einen PS-starken Motor benötigt. Weitere Informationen zu Piloten und Flugzeug gibt die Seite www.synchron-flyers.de
Blanik 1956 erregte die tschechische Konstruktion L 13 Blanik großes Aufsehen. Wo bisher Holz und Leinwand das Maß der Dinge waren, kam aus dem damaligen Ostblock auf einmal ein Segelflugzeug in Ganzmetallbauweise auf den Markt. Der Doppelsitzer erfreute sich wegen der großen Stabilität und dem geringen Wartungsaufwand überall großer Beliebtheit.
Musger MG19 Nicht nur in Deutschland wurden erfolgreich Segelflugzeuge gebaut. Der Österreicher Erwin Musger baute seit 1930 Ein- und Zweisitzer. 1938 flogen zwei Piloten in einer Mg 9 einen Dauerweltrekord von 40 Stunden und 51 Minuten. Die Weiterentwicklung wurde 1951 die hier gezeigte Mg 19. Bei der filigranen Konstruktion handelt es sich um einen Tiefdecker mit Knickflügeln.
Minimoa Einer von Wolf Hirth´s elegantesten Entwürfen. Zwischen 1936 und 1945 wurden mehr als 100 Exemplare der Minimoa gebaut. Weltweit existieren nur noch drei flugfähige Exemplare. Die D-8180 einer Haltergemeinschaft ist hier auf der Hahnweide beheimatet.
Scheibe Specht Der gutmütige Doppelsitzer Specht wurde Anfang der Fünfziger Jahre von Scheibe Flugzeugbau in Dachau konstruiert.
Minimoa und Fauvel Das ist Hahnweide-Feeling pur. Minimoa und Fauvel AV22 im Gegenlicht über der Teck.
Fauvel AV22s) Nicht nur die deutschen Gebrüder Horten erprobten die Nurflügelsegler. Die französische AV-22 (AV = Aile Volante ) von Charles Fauvel zeigte auf dem Oldtimertreffen zum wiederholten Male, daß man auch mit unorthodoxer Bauweise in die Luft gehen kann.
Raab Doppelraab Die Raab Doppelraab war eines der letzten Segelflugzeuge in Deutschland, die noch nach der handwerklichen Amateurflugzeugbauer-Tradition heraus konstruiert wurde. So wurden viele der etwa 300 produzierten Maschinen direkt bei den Fliegergruppen zusammengesetzt. Das besondere Konstruktionsmerkmal ist die Sitzanordnung: Der Fluglehrer kniet mehr als er sitzt und kann dadurch dem Flugschüler buchstäblich über die Schulter schauen.

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